Sonntag, 13. Dezember 2015

Vollkontakt-Zaubern

(12. Dezember 2015) Weihnachtsfeiern sind besinnlich und gemütlich, richtig? Man sitzt ein wenig beieinander, läßt das vergangene Jahr revue passieren und trinkt so den einen oder anderen Glühwein, oder? Falsch! Zumindestens wenn es sich um die Kinder- und Jugendweihnachtsfeier von Viktoria Preussen handelt, die ob der schieren Anzahl von Kindern und Jugendlichen zweigeteilt gefeiert werden muss, auch wenn sie im größten Saal des Hauses Ronneburg stattfindet. Es herrscht ein endloses Gewusel, es wird gerannt, gestolpert und gestürmt, es herrscht ein Geräuschpegel wie weiland bei Hoesch auf'e Hütte.
Zaubern findet hier unter Extrembedingungen statt: Es ist abwechselnd zu hell und zu dunkel, weil irgendjemand an der Beleuchtung herumspielt, während man am Tisch steht, werden einem Stühle ins Kreuz und die Waden gehauen, man brüllt gegen den Lärmpegel an und wird von einer Menge von Kindern und Jugendlichen so eng umringt wie es eigentlich nur für einen Klammerblues ok wäre. Da merkt man dann, dass die Hauptsportart der Viktoria, nämlich Fußball, kein körperloser Sport ist. Hinzu kommt, dass das jugendliche Publikum zu Teilen tief, tief in der Pubertät steckt und sich irgendwo zwischen unverschämt und rüpelhaft verhält, eine Haltung mit der ich nicht gut zurecht komme, wie ich festgestellt habe.
Zum guten Schluß ist es so, dass ich natürlich nur Beiprogramm bin und mich zeitlich irgendwo zwischen die Ehrung der Betreuer und die Verlosung der Nintendo Wii quetschen muss. Das ist alles völlig in Ordnung, denn es geht nicht um mich, ich bin Schmuck am Nachthemd.
Aaaaber - jetzt kommt's - ich bereite mich frühzeitig und gewissenhaft auf den Auftritt vor und die Veranstaltung geht von 14:00 bis 21:30 Uhr. Ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist, frage ich mich schon ...
Aber auch das muss gesagt sein: Es hat auch absolut wundervolle Momente gegeben. So habe ich für ein kleines Mädchen gezaubert, dessen Eltern offensichtlich taub waren. Das habe ich erst später gemerkt, als sich die Familie untereinander mithilfe der Zeichensprache unterhielt. Daraufhin habe ich eine Schwammballroutine ohne Worte und nur mit Gesten gespielt - und das hat auch funktioniert.

Sonntag, 8. November 2015

Die Latte liegt hoch!

(7. November 2015) Ich kann zaubern. Ich lasse Sachen verschwinden. Und wieder erscheinen. Ich lese Gedanken. Ich zerschneide Seile. Und stelle sie wieder her. Das ist unterhaltsam für das Publikum, das bekomme ich immer mal wieder gesagt und das finde ich schön und es macht mich stolz, das will ich gerne zugeben. Ich weiß, was ich kann - und was nicht. Und ich weiß, wie weit ich davon entfernt bin, Profi zu sein.
Aber die Tatsache, dass es die Berliner Philharmoniker gibt, hindert ja zahlreiche Laienorchester (wie den PHV) nicht daran, zu musizieren und die Mannschaften von SV Viktoria Preußen 07 hören nicht nur deshalb mit dem Fußballspielen auf, weil Bayern München seine Gegner neuerdings nicht unter vier Toren Differenz vom Platz schickt.
Trotzdem ist es beeindruckend, die Berliner Philharmoniker zu hören, oder Eintracht Frankfurt spielen zu sehen ... :-) Das war mir im übertragenen Sinne gestern vergönnt, denn der Stefan Sprenger war so freundlich, während meiner Geburtstagsfeier aufzutreten. Um es kurz zu machen: Das Publikum ist von einer Verzückung in die nächste gefallen. "Wie macht der das?" und "Das geht doch gar nicht!" war noch die kleinste Münze, in der da gezahlt wurde. Und nach der Bühnenshow kamen dann die kleinen, feinen Sachen am Tisch: Kartenkunst Lichtjahre von dem entfernt, was man normalerweise zu sehen bekommt und eine wundervolle 3-fly-Münzroutine, von der die beteiligte Zuschauerin noch am nächsten Morgen beim Frühstück sagte: "Nein! Ich hatte drei Münzen in der Hand und als ich die Hand wieder aufmache, waren da vier Münzen: Ich hab' doch gezählt!".

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Wie viele Kreise?

© 2006 Anthony Norcia
(29. Oktober 2015) Gut, ist jetzt nicht im engeren Sinne Zauberei, aber irgendwie doch: Wie viele Kreise sind in der nebenstehenden Abbildung zu sehen? Die überraschende Antwort lautet: 16. Wie ist es möglich, dass sich unser Gehirn so betrügen lässt? Wie ist es möglich, dass sich unser Gehirn so betrügen lässt, selbst wenn man die "Lösung" dann mal gefunden hat?
Ich finde es unglaublich faszinierend, wie das Gehirn ein völlig fehlerhaftes Bild unserer Umwelt produziert, wir so im Allgemeinen als Menschheit damit aber gut zurechtgekommen sind, ein paar hundertausend Jahre mittlerweile.
Als Zauberer versucht man natürlich, diese Fehlerhaftigkeit auszunutzen. Dabei kommt uns sehr zugute, dass wir alle unsere Wahrnehmung nicht als fehlerhaft empfinden und unkritisch sind gegen unser Bild von der Welt: "Ich weiß doch, was ich gesehen habe!". Wer das immer noch glaubt, sollte sich das Bild noch mal ansehen. Oder die Webseite http://illusionoftheyear.com/ besuchen. Oder das Buch "Sleights of Mind" lesen (hier oder hier).

Dienstag, 29. September 2015

Ich bin ein Groupie!


(29. September 2015) Ja gut: Vielleicht nicht im eigentlichen Sinne. Ich reise dem Bühnenzauberer Mac King nicht nach und über einen Handschlag hinaus strebe ich auch keinen weitergehenden Körperkontakt an, aber auch nach dem ich jetzt zum zweiten Mal seine Vorstellung in Las Vegas sehen durfte, bin ich immer noch so begeistert, wie beim ersten Mal. Handgemachte Bühnenzauberei ohne gigantische, technische Vorrichtungen, dafür mit sehr viel Humor und augenzwinkernder Selbstironie. Und hinterher wird mit dem Publikum fraternisiert, wie man den beiden Phototrophäen sieht.
Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass ich mich der übliche Bühnenkleidung des Künstlers angepaßt habe: Großkariert.

Samstag, 5. September 2015

Und dann steht plötzlich der echte Zauberer da!

(5. September 2015) Samstag-Nachmittag. Sommerfest. Kleingartenverein. Eckenheim. Kaffee. Kuchen. Grillworscht. Äppler. Ich. So weit. So gut. Die Leute sind entspannter Laune, nicht zuletzt, weil der angedrohte Regen (die Bundesmetereologen sitzen in Offenbach - muss ich mehr sagen?) auf sich warten läßt und es in der Tat noch recht sommerlich ist und so gibt es einen schönen Rapport, die Leute gehen mit. Und steht da steht plötzlich Kay Schmid im Publikum. Lassen mich Ihnen das schnell erklären: Das ist so, als wenn Sie im erweiterten Familienkreise ein wenig auf dem Klavier klimpern - und plötzlich sitzt Lang Lang im Publikum. Da rutscht Ihnen auch das Herz irgendwohin, wo es nicht hingehört und Sie denken sich: Mistikack, hoffentlich mache ich alles richtig! Schauen Sie sich seine Webseite an, dann wissen Sie, was ich meine. Nach dem ich an einem Tisch fertig war, haben wir ein paar Worte gewechselt, die sogar ganz freundlich und angenehm waren: Ich scheine mich nicht wie der Vollhorst aufgeführt zu haben - oder Kay (man ist jetzt per Du) wollte einfach nur nett sein. Egal: Ich hab mich gefreut!

Donnerstag, 13. August 2015

Ein paar Tricks zum Kaffee gefällig?

(13. August 2015) Ob ich mal für seine Tochter und einen ihrer Schulfreunde zaubern kann, fragt mich ein Arbeitskollege. Na klar, kann ich. Nach einigem Hin und Her den Termin betreffend war es dann heute soweit und ich habe eine Kaffeepause dazu genutzt, dem genannten Publikum (erweitert um eine Freundin, einen begleitenden Vater sowie den betreffenden Kollegen) etwas vorzuzaubern.
Es war die Wucht in Tüten! Als Musiker könnte ich jetzt wohl sagen: Ich habe eine Jam Session gemacht. Ich habe einfach auf das reagiert, was von den Kindern kam, das eine kam zum anderen, das eine führte zum anderen und alles hat einfach nur Spaß gemacht. Der Schulkamerad entpuppte sich dann sogar noch als "Kollege", der auch schon mal so den einen oder anderen Trick im Internet geordert und auf Youtube angeschaut hat. Auch wenn ich sicher in dieser Angelegenheit nicht die ultimative Instanz bin, habe ich gleichwohl empfohlen, sich doch lieber mal beim Magischen Zirkel umzuschauen.
Was mich besonders gefreut hat, war das: Ich habe zweimal einen Effekt fast versaut - und trotzdem die Kurve gekriegt. Natürlich bedeutet das "Mehr üben!", aber andererseits geht immer irgendwas daneben. Naja, vielleicht ist an folgendem Zitat (das auf Englisch einfach einprägsamer ist) doch was dran: "An amateur rehearses a trick, until he can get it right, a pro rehearses a trick until he can't get it wrong."

Mittwoch, 12. August 2015

Die Schere im Kopf funktioniert!

(12. August 2015) Gestern habe ich ein Youtube-Video gesehen, einen Sketch, in dem ein Zauberer vorkommt. Ich fand, dass es manche Manierismen von Zauberern (auch meine!) sehr gut karikiert: Die exaltierten Bewegungen, die Art und Weise wie Straßenzauberei als scheinbar spontan inszeniert wird, wie der männliche Zauberer sich natürlich eine junge Frau als Publikum aussucht, wie Zauberei für eine plumpe Annäherung benutzt wird. Und ehrlich gesagt, fand ich es auch ein bisschen witzig.
"Aaaaaber:", so dachte ich sofort:"Kann man das nicht als sexistisch ansehen? Als krude, als stumpf, als respektlos?". Ja, das kann man wahrscheinlich, also schreib ich lieber nix und verlinke auch nicht auf das Video: Sicher ist sicher.

P.S.: "David Coppafeel" - wer selber suchen möchte ...

Montag, 27. Juli 2015

Ohne Krimi geht die Mimi nie in's Bett, ...

(25. Juli 2015) ... und ohne Melone zaubert der Karsten nicht, und das aus gutem Grund. Den sieht man auf dem beigefügten Photo: Die Lockenpracht ist eben doch schon sehr schadhaft. Hier zaubere ich für die Söhne von guten Freunden, da wäre es etwas komisch, im Kostüm aufzutauchen, aber wenn man sich selber immer noch als holden Knaben im lockigen Haar in Erinnerung hat ...
Naja, die Nummer mit dem laaaangen Papierstreifen aus dem Mund (Zauberer nennen diese Nummer in ihrer eigenen Spezialsprache: Laaaaanger Papierstreifen aus dem Mund) ist gut angekommen, aber auch die Stand-up-Monte (siehe hier) und endless chain (siehe z.B. hier) werden sehr freundlich aufgenommen. Der Hit ist aber das verbrennende Euro-Stück - das in einer Dose-in-einer-Dose-in-einer-Dose-... wieder auftaucht (siehe z.B. hier).

Dienstag, 21. Juli 2015

Berta, das Ei ist hart!

(19. Juli 2015) Das passiert den Junior- und Miniköchen nie, das mit dem harten Ei - es sei denn das soll so. Denn bei der besagten Organisation (siehe hier) geht es um Kinder und um nicht weniger als das folgende: "Indem wir ihnen altersgerecht ein umfassendes Wissen über Lebensmittel geben, die Faszination des Kochens vermitteln und ihnen den Stil und die Etikette der Tafelkultur sowie den bewussten Umgang mit der Gastronomie mit auf den Lebensweg geben, legen wir die Grundlagen für ein genussreiches späteres Leben.". Einmal im Jahr feiern die Kinder ein Sommerfest, obwohl "feiern" hier ein Euphemismus ist: Die Kinder müssen richtig schuften und für ihre Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde kochen und die gekochten Speisen und Getränke auch anrichten und servieren.
So, und was hat das jetzt in meinem Blog zu suchen? Die treibende Kraft hinter der Sache ist Herr Andreas Eggenwirth (über den man hier das eine oder andere lesen kann) und der war geraume Zeit lieber Kollege im Ortsbeirat 10 - falsche Partei, ist aber trotzdem ein ganz netter und anständiger Kerl aus ihm geworden ;-) Herr Eggenwirth hatte mich gebeten, zur Ankunft der Gäste ein wenig von meinem Tisch aus zu gaukeln ("zaubern" heißt auf holländisch übrigens "goochelen") und hinterher zwischen den Gängen ein wenig table-hopping zu machen. Wie's war? Ich zitiere noch mal Motsi Mabuse: Bombe! Die Leute - die Kinder genauso wie die Erwachsenen! - waren unglaublich freundlich und aufgeschlossen, haben gelacht und geklatscht und sind mitgegangen. Teilweise sind sogar Leute von anderen Tischen rübergekommen, um noch was zu sehen. Und zum Schluß kommt ein Junge von ca. 12 Jahren und sagt:"Sie sind schon ein guter Zauberer, das muss man Ihnen schon lassen!". Das ist altklug, aber da es ein Lob ist, will ich es noch mal durchgehen lassen ...

Montag, 20. Juli 2015

AWO: Wo?

(18. Juli 2015) Alles vorher sauber abgesprochen: Ich soll um 14:30 Uhr in der Eckernförder Str. 65 sein, dort feiert die AWO Eckenheim ihr Sommerfest. Aber wo da genau? Naja, dass man ein Sommerfest bei 30°C Außentemperatur nicht im Saal, sondern im Hof feiert, das hätte ich mir auch denken können - aber jetzt kenne ich zu mindestens das Treppenhaus der Liegenschaft, und das ist ja auch schön.
Der Auftritt: Sehr nett! Die Leute sind zwar etwas überrascht, auf einen  Zauberer zu stoßen, sind aber auch sehr aufgeschlossen und haben Lust, sich was zeigen zu lassen. Sie erzählen sich gegenseitig und mir wo sie schon mal Zauberer gesehen haben, sind großzügig mit dem Applaus - und haben vor allen Dingen eine Aufmerksamkeitsspanne, die über 15 Sekunden hinausgeht. Ich spiele, was der Koffer hergibt: Three-Card-Monte, endless chain, Seile, Karten, ... Alles wird dankbar und interessiert aufgenommen, also kurz und gut: Schöne Gelegenheit, schöner Auftritt:

P.S.: Heute hat es sich zum ersten Mal richtig gelohnt, dass ich immer meine "Notausrüstung" mitschleppe, denn da sind auch feuchte Babytücher dabei - die ich gebraucht habe, als sich eine Taube auf meinen Oberarm entleert. Ratten der Lüfte, 'nuff said.

Samstag, 18. Juli 2015

Der Frankfurter Berg ist ein heißes Pflaster

(18. Juli 2015) Oooh, da höre ich schon die ersten bösen Stimmen aus dem Hintergrund: Wie kann er das denn sagen? Der Frankfurter Berg ist nicht besser, aber auch nicht schlimmer als andere Stadteile! Wie oft müssen wir uns die blöden Vorurteile denn noch anhören?
Das ist alles richtig, aber bei 34°C Außentemperatur ist das Pflaster heiß, auch am Frankfurter Berg, auch zum interkulturellen Kinderfest (veranstaltet vom Jugendhaus Frankfurter Berg) ebendort. Ich gebe zu: Ein billiges Wortspiel - aber es hat funktioniert, oder?
How-auch-ever: Ich marschiere zu besagtem Kinderfest - das schon eine Weile läuft, als ich ankomme - und stelle fest, dass auf einer Bühne ein Zauberer steht, der offensichtlich mit Kindern einen Zauberworkshop durchgeführt hat, deren Ergebnisse auf der Bühne präsentiert werden. Das, so finde ich, ist nicht optimal, denn es ist nicht abgesprochen und ich komme mir wie ein Nachklapp vor auf etwas das schon den ganzen Nachmittag gelaufen ist. Vielleicht bin ich da etwas empfindlich. Ich kann normalerweise gut damit leben, Beiprogramm zu sein: Ich bin mit meiner Kunst nicht der Nabel der Welt, ganz gewiss nicht, aber der Zauberer nach dem Zauberer zu sein ...
Wie auch immer: Die Kinder sollen nicht darunter leiden also baue ich meinen Tisch auf, lege etwas Sonnenschutz (Lichtschutzfaktor 15) auf und beginne. Es macht Spaß, wie immer, aber es gibt einen Bonus. Schräg hinter meinem Tisch ist der Grill aufgebaut und dort tut jemand Dienst, der das Geschehen nur von hinten beobachten und die Reaktionen der Kinder sehen kann - und ich weiß nicht, wer mehr Spaß hat ...

Freitag, 17. Juli 2015

Wie?

(17. Juli 2015) Habe ich live in Las Vegas gesehen - habe nur drei Worte dafür: Wie zum Teufel?


Sonntag, 28. Juni 2015

Einfach ist nicht einfach einfach

(20. Juni 2015) Das mache ich nie wieder! Zum Sommerfest "meines" Sportvereins, des TSV Berkersheim, hatte ich angeboten, einen kleinen Zauberworkshop zu machen: Der Vorstand war begeistert. Nichts weltbewegendes, ich bin nicht der Masked Magician (höchstens der Hatted Magician), sondern nur ein paar Sachen, die jeder schnell in der Bibliothek seines Vertrauens hätte finden können. Ich hatte mir ein paar einfache Sachen mit Seilen vorgenommen, weil ich gehofft hatte, dass das sowohl Erwachsene als auch für Kinder interessant sein könnte: Ich wusste ja nicht, welches Publikum kommen würde. Wie sich dann herausstellte, waren es mit Masse Kinder - und für viele dieser Kinder waren selbst die Dinge zu schwer, die ich für einfach gehalten hatte. Konzepte wie "oben, unten, links, rechts, vorne, hinten, Daumen, Zeigefinger, ..." zu mindestens bei den kleineren Kindern - deren Alter ich mal so auf sechs, vielleicht sieben schätzen würde - nicht klar waren. Selbst die Vorführungen von hinten über die Schulter, so dass man alles seitenrichtig und unmittelbar vor Augen hat, hat da manchmal nicht geholfen. Ich habe mich da total verschätzt, was Kinder welchen Alters schon können - und was noch nicht. Die wenigen Erwachsenen begreifen natürlich viel schneller und langweilen sich dann, wenn die Kinder noch eine zweite, dritte, vierte Vorführung brauchen. Wieder was gelernt ...

Samstag, 27. Juni 2015

Lindenfest: Ein Satz mit X

(27. Juni 2015) Erst regnet es fies, dann gießt es, zwischendurch schüttet es wie aus Kübeln und zum Schluß öffnet der Himmel seine Pforten. Und als dann endlich in Berkersheim und für das Lindenfest eben dort der Regen aufhört, habe ich ein Déjà-vu: Keiner interessiert sich für Zaubern (siehe meinen letztjährigen Blog-Eintrag). Das ist auch mal eine interessante Erfahrung, denn normalerweise kommen mindestens mal die Kinder gerannt und man kann nicht einmal in Ruhe aufbauen: Hier nicht. Nicht dass keine Kinder da wären, aber es gibt Kinderspiele, Ponyreiten und Traktorfahren und das scheint deutlich mehr zu ziehen als alles andere. Und so ziehe ich nach einer Stunde Regen und einer Stunde Erfolglosigkeit (ich habe genau eine Routine für zwei junge Damen und ihre Mutter gespielt!) mehr oder minder unverrichteter Dinge wieder ab - und bin um eine Erfahrung reicher.

P.S.: Mir ist soeben (30. Juni 2015) aufgefallen, dass die Überschrift vielleicht etwas irreführend ist, denn das Lindenfest an sich, war - nachdem der Regen weg war - eine tolle Veranstaltung!

Sonntag, 14. Juni 2015

It's always the singer, never the song!

(14. Juni 2015) Der Spruch meint: Wenn um Unterhaltung geht, kommt sehr viel mehr auf die Präsentation an, als auf den Inhalt. Das ist natürlich eine Überspitzung (die Heidi-Titelmelodie macht auch ein Bruce Springsteen nicht zu einem Meisterwerk), aber was Wahres ist schon dran. Zum Beweis, hier zweimal derselbe Effekt von zwei sehr verschiedenen Zauberern:



So gleich und doch so verschieden, oder?

Sonntag, 7. Juni 2015

Über 30 Grad und die Soße läuft

(6. Juni 2015) Kein appetitliches Thema für einen appetitlichen, kleinen Blog-Eintrag, oder? Aber was wahr ist, muss wahr bleiben: Es war brüllend heiß und während meines Auftritts angelegentlich des Sommerfestes am Frankfurter Bergs ist mir teilweise der Schweiß von der Stirn auf die Brille getropft, sodass ich kaum weitermachen konnte. Aber ich muss als Zauberer nun mal am Kostüm erkennbar sein, das habe ich in den zurückliegenden Jahren gelernt. Vielleicht liegt das daran, dass ich in anderen Funktionen in "unseren" Stadtteilen zu bekannt bin, sodass es des klaren visuellen Signals bedarf: Ah, er ist als Zauberer da. Aber der Reihe nach ...
Da war zunächst einmal dieses Swing-Orchester und die haben zwei Sachen gespielt: Ersten Swing und zweitens laut. Nicht dass sie es nicht gekonnt hätten, ganz im Gegenteil! Aber laut ist laut und laut ist der Tod der Kunst, die ich zu erheblichen Teilen über Sprache transportiere. Also baue ich meinen Tisch weit vom Orchester entfernt auf und bin froh meine beiden spanischen Wände mitgebracht zu haben, mit denen ich meinen Tisch etwas abschirmen kann.
Zum Auftritt an sich gibt es nicht viel zu sagen: Es bildet sich eine Traube, sobald ich anfange zu zaubern. Wie immer gehen die Sachen die unmittelbar und schnell sind, wie z.B. die Routine mit der Papierschlange (hier ein Beispiel auf Youtube) und der verbrannte Euro. Was mich ziemlich gewundert hat ist, dass die Routine Eyephone 10 (hier vom Meister Lee Smith höchstpersönlich auf Youtube) nicht so dolle ankommt, wie ich gehofft hatte. Ich finde die total witzig und überraschend, aber ich habe sie zwei, dreimal gespielt und nicht die Reaktion bekommen habe, die ich erwartet hatte. Aber es gilt wie immer: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
Und alles endet damit, dass ich, nachdem ich abgebaut habe und auf der Suche nach dem Vorsitzenden des veranstaltenden Vereinsringes über den Platz schlendere, von einem Jungen von ca. 7 Jahren beiläufig angesprochen werde: "Gut gezaubert, Karsten." Na, wenn er's sagt ...

Sonntag, 31. Mai 2015

Oohh, nicht schon wieder Pause!

(31.05.2015) Die AHD hat ihr wohlbekanntes Pfarrfest in Dreifaltigkeitsfest umbenannt, aber sonst alles beim Alten belassen - und das ist gut so! Denn das war schon immer eine Riesensause und das ist es immer noch. In diesem Jahr darf ich mitten drin stehen und zaubern und das ist die reine Freude. Wie immer ist das größte Problem, dass sich die Kinder so dermaßen drängen, dass der Tisch kaum am Platz stehenbleibt, aber vielleicht ist das ein Luxusproblem. Das Beste jedenfalls ist, das jedesmal, wenn ich eine Pause machen möchte oder muss, weil ich gerne einen Kaffee trinken möchte oder ein paar magische Dingstabumsta wieder zurücksetzen muss, die Kinder schmollen: "Oohh, schon wieder Pause!".
Ja, und dann kommt da dieser Mann, der um eine Visitenkarte bittet und mich wissen lässt, dass doch alles sehr professionell sei. Das stimmt zwar nicht im allermindesten, aber es schmeichelt dem Laien natürlich maßlos, für einen Profi gehalten zu werden ...
Was ich heute gelernt habe? Nun ja:
  • Selbst die kleinste Briese ist mit so ganz leichten Requisiten wie Karten oder Schwammbällen ein Problem.
  • Die Flammen von brennendem flash paper wehen selbst bei kleinsten Briese in alle Richtungen, auch in Richtung meiner Hand.
  • Die Flammen von brennendem flash paper sind sehr heiß!
  • Kinder, die grade mal über die Tisch schauen können, sehen manchmal Dinge, die sie nicht sehen sollten von unten - und die haben kein Problem damit, allen Zuschauern sofort unmißverständlich mitzuteilen, was sie gerade gesehen haben.
  • Auch Routinen, die man sicher glaubt zu beherrschen, sollten hin und wieder mal geübt werden - vielleicht beherrscht man sie doch nicht so sicher ...

Sonntag, 24. Mai 2015

Bembelzaubern, oder: Im Kostüm durch's wilde Eckenheim

(23. Mai 2015) Zu einem Zauberauftritt anläßlich eines 60sten Geburtstages war ich in den Homburger Hof gebeten worden - und der ist nach eigenem Bekunden ein Ort der Bembelkultur und hat Bembelkegelbahnen. Also, ist Zaubern dort "Bembelzaubern", richtig? Wenn sie die Antwort wissen schreiben sie bitte eine eMail an karsten.meyerhoff@ist-ja-auch-egal.de.
Der Homburger Hof ist grade mal ein paar Minuten zu Fuß von meinem Wohnort entfernt, also stapfe ich zu Fuß im vollen Ornat durch Eckenheim; Langer, schwarzer Gehrock, schwarze Weste, Fliege und natürlich Melone. Man wird schief angeschaut, Leute wechseln die Straßenseite und Mütter holen ihre Töchter ins Haus: Eine sehr merkwürdige Erfahrung. Aber, vielleicht bilde ich mir das nur ein ...
Der Auftritt war "Bombe" (um es in den Worten eine der führenden Aphoristikerinnen deutscher Zunge, Motsi Mabuse, zu sagen): Die geladenen Geburtstagsgäste waren allesamt in der Laune, unterhalten zu werden, sind mitgegangen und schienen zwischen offiziellem Programm und Buffet richtig Spaß an meinem table hopping zu haben. Was soll ich sagen: Wenn die Leute lachen, verblüfft schweigen, einander erstaunt anschauen und fragen: "Wie hat er das denn gemacht?", dann geht mir das Herz auf, so gehört dat!

Samstag, 16. Mai 2015

Zaubern up Platt

(16. Mai 2015) Ik kann ji heelneit vertellen, wau gediegen dat was: Ik was dat erstmol för ein Hochtied innladen as Zauberer. Unn da hebb ik mi bannich op freit, weil ik docht harr, dat de Lüü goot opleggt sünd und een Sinn hebben an Zaubern. Unn dat was ook so, man as ik för de erst poar Lüü wat mak und mit de proot - hochdüütsch, wat denn anners? - denk ik so: So as dei prooten, dat hest du all mol hört und da hebb neetekraat fracht: "Ji klingen, as wenn ji van Oostfreesland sünd.". Unn Dunnerschlach: So wer dat! De kwammen van Moordörp unn anners welken wassen ut Filsum! Sien Ollen weeren van Oostfreesland hebb ik dann mitkregen.
Een Moment hev ik överleggt - und dann up Platt wiedermakt. Dat was 'n bietje sünnerbar, weil ik dat nun heel neit weernd bün Platt to proten unn ok neit Platt upwursen bün, man dat ging woll. Unn de Lüü kicken di ok futt heel anners an, is ja kloar. Ik bünn dann van een Tafel not annern gangen und hebb överall frocht, ob se doar ok Platt proten deen, man dat weern bloot 'ne poar Lüü, man dat weer jümmers 'ne gauden Inföhrn, ook wenn ik dann up Hochdüütsch wiedermakt hebb. Wat sall ik seggen: De Werelt is'n Dörp!
Übersetzung erhältlich unter: karsten.meyerhoff.ffm@googlemail.com

Donnerstag, 14. Mai 2015

So-so: Zaubern kann dem Publikum also auch Spaß machen ...

(14. Mai 2015) Wayne Dobson ist brilliant - gut, das weiß jeder. Er geht sehr natürlich und zuvorkommend mit seinem Publikum um - gut, das weiß auch jeder. Aber dieser Herr, den er aus dem Publikum wählt, ist die Krönung! Das habe ich persönlich noch nie erlebt, dass jemand so mitgeht und so viel Spaß auf der Bühne hat. Sollte das am Ende bedeuten, dass ich noch nicht ganz so gut bin wie Wayne Dobson? Hhmmm ...


Montag, 11. Mai 2015

Das Maienquartett singt, ich bin heiser

(10. Mai 2015) Das Maienquartett (hier der Link) ist ein traditionsreicher Gesangsverein im Stadtteil Bonames und die haben hinreichend viel Tradition, dass es für die Feier des  90-jähriges Bestehens reicht. Es gibt keine akademische Feierstunde (die wird's wahrscheinlich dann in 10 Jahren geben), sondern man findet sich am Sonntag-Nachmittag im Haus Nidda zusammen und singt - und zwar reichlich. Erst das Maienquartett, dann der befreundete Chor aus Gersdorf, dann wieder das Maienquartett, dann wieder ...
Um 18:00 Uhr ist dieser Teil der Veranstaltung vorbei, man geht zum gemütlichen Teil über und jetzt bin ich dran mit table hopping - und lerne ein paar Lektionen:

  • Ich verstehe und akzeptiere vollkommen, dass ich mit meiner Kunst Beiwerk bin, und ...
  • ... der Auftritt beim Maienquartett hat das sehr eindrucksvoll bestätigt.
  • Wenn Menschen keine Zauberei erwarten, ist das Eis, das man brechen muss, seeehr dick.
  • Bedienungen haben das Konzept der close-up mat nicht verstanden: Die stellen das Essen auch gerne mal direkt auf die Matte, denn da ist ja Platz ... :-(
  • Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen orientiert sich an der Schnittfrequenz von MTV-Videos - auch wenn sie nicht der MTV-Generation angehören.
  • Die Musikbegleitung im Saal ist immer zu laut, immer! Die Musiker wollen ja auch gehört werden und das ist nachvollziehbar und in Ordnung. Aber für Effekte, zu denen eine Geschichte gehört (ich habe nur solche) ist das sehr schwierig - und deshalb bin ich heiser.
P.S.: Ich gestehe, dass Chormusik normalerweise nicht so an mich geht, aber der Gersdorfer Chor hat ein Lied von Hubert Goisern gesungen hat, das mich schon gepackt hat: Weit, weit weg

Montag, 20. April 2015

Samstag, 11. April 2015

Feigen, Karotten, Fisch: Nein, das ist kein Kochrezept!

(11. April 2015) Der Zauberer Mac King tritt täglich - ausser Sonntags und Montags - zweimal im Harrah's in Las Vegas auf (siehe z.B. hier) und was mich angeht, ist alleine das eine Reise nach Las Vegas wert, denn Mac King ist einfach sehr charmant und unglaublich witzig. Er bringt Sachen auf die Bühne, von denen man als Amateur denkt: "Na, das könnte ich wahrscheinlich auch ...". Kann man natürlich nicht, aber man denkt es ... Keine Riesenrequisiten, keine Pyrotechnik, keine spärlich bekleideten Tänzerinnen: Einfach nur sehr, sehr gute Unterhaltung. Hier ist seine Paradenummer zu sehen - der Fischfang aus der Luft:


Übrigens: Ein Fig Newton ist ein mit Feigenpaste gefüllter Keks (siehe hier).

Samstag, 21. März 2015

La poésie Française

(21. März 2015) Jaja, wir können halt nicht alle Channing Pollock sein, und uns erdenschweren, normalen Sterblichen bleibt dann manchmal nur Flucht in den Witz und die Komödie. Otto Wessely, ein gebürtiger Wiener, der seit etlichen Jahren in Paris lebt, macht vor, wie so etwas aussehen kann, indem der die Affektiertheit der Branche sehr gekonnt hochnimmt. Auch ohne Kenntnisse des Französischen zum Schreien komisch:


Sonntag, 15. März 2015

Kanonen und Küken

(15. März 2015) Na gut, ich gebe es zu: Es waren keine Kanonen, sondern nur ein Kanonenofen, aber so klingt die Überschrift halt spektakulärer :-)
Die Küken waren Küken und zwar die von den Geflügelzüchtern am Frankfurter Berg und der Kanonenofen hat deren Halle auf gefühlte 42°C aufgeheizt. Nun gut, die Küken werden es gut gebrauchen können. Wie immer strömen die Kinder - und strömen - und strömen - und strömen ... Gut, wenn man auch in der Stadt mal so ein Naturerlebnis haben kann.
Ja, sie strömen und strömen - und strömen an mir vorbei, denn sie können gar nicht anders, wenn sie zu den Küken wollen. Und das sorgt für viel Publikum, sehr viel Publikum - und es flutscht! Es macht einfach nur Spaß! Alles funktioniert (ausser Ring and Rope, aber da scheine ich grundsätzliche Probleme damit zu haben das korrekt und unterhaltsam zu präsentieren ...) und wie immer stehen und sitzen die Eltern in der zweiten Reihe, neigen einander die Köpfe zu, gestikulieren und wispern - und scheinen sich ebenfalls großartig zu unterhalten. Neu in meinem Programm waren die mouth coils (siehe zum Beispiel hier) und die waren der Hit!
Visitenkarten werde ich die Menge los und ich bin mal gespannt, ob da was nachkommt.

Mittwoch, 11. März 2015

Zaubernde Ballerina (nicht zu verwechseln mit: Bezaubernde Ballerina!)

(12. März 2015) Immer wenn man glaubt, man hat schon alles gesehen, dann kommt so etwas daher:


Ich warte gespannt, was als nächstes kommt: Ein Bodybuilder, der seine Muskeln präsentiert und nebenher Seidentücher produziert oder wie wäre es mit einer Jungfrau, die einen Pullover strickt, während sie zersägt wird? Das Konzept ist noch nicht ausgereizt ...

Sonntag, 8. März 2015

Die große Bühne ...

(08. März 2015) ... war es nicht, aber eine kleine immerhin; die der AWO-Begegnungsstätte am Frankfurter Berg. Und es waren auch nicht die Bretter, die die Welt bedeuten, sondern die, auf denen die Krätscher ihr Heringsessen und Ordensfest veranstaltet haben. Was passiert da? Genau das was der Name vermuten lässt: Unten im Saal wird Hering gegessen und oben auf der Bühne werden Orden verliehen und jeder dankt jedem für alles. Bitte nicht falsch verstehen: "Keine Schuld ist dringender als die, Danke zu sagen." (Marcus Tullius Cicero; genau: der Cicero) und es ist phantastisch, dass Karnevalsvereine einen Weg gefunden haben das zu institutionalisieren - aber drei Stunden lang? Das kann sich ziehen wie Analogkäse auf der Pizza ...
How-auch-ever: Ich war zwischendrin mit 20 Minuten Bühnenprogramm dran - und das hat Spaß gemacht, denn überlicherweise mache ich ja nur Mikromagie. Na gut, es war mehr Halbdistanz als Bühne (wer den Ort des Geschehens kennt, der weiss, dass es sich um ein sehr großzügiges Wohnzimmer und nicht wirklich um einen Saal handelt ...), aber immerhin konnte ich mal die etwas größeren Geräte wie z.B. den Square Circle zur Anwendung bringen. Ich führe:

  • Six-card-repeat (tausendmal besser vorgeführt hier in einer sehr unterhaltsamen Variante von Pop Haydn)
  • Fiber Optics (tausendmal besser vorgeführt hier vom Erfinder Richard Sanders himself)
  • Homing Card (tausendmal besser vorgeführt hier vom unvergleichlichen Fred Kaps)
vor - und das scheint zu gefallen, wenngleich ich bemerke, dass ich dem Publikum wohl noch etwas besser werde anzeigen müssen, wo sie klatschen dürfen und sollen. Hinterher kommt aber immerhin der eine oder andere und bedankt sich für den Auftritt - na, das freut doch den Künstler!

Sonntag, 1. März 2015

Sooo elegant, sooo schön!

(01. März 2015) Fred Kaps (hier der sehr viel ausführlichere englischsprachige Artikel) und Tommy Wonder waren zwei - nach meiner unmaßgeblichen Meinung extrem gute und kreative - holländische Zauberer, die beide zu früh an Krebs verstorben sind. Was ich persönlich an den beiden schätze, ist ihre Eleganz und Natürlichkeit - das totale Kontrastprogramm z.B. zu Hans Klok der ebenfalls aus dem kleinen und nassen Holland stammt. Hier Tommy Wonders elegante, schöne, leicht nachzuvollziehende, absolut wunderbare Tamed-Card-Routine:


Mittwoch, 18. Februar 2015

Vonne Schicht direkt nach'e Kreppel

(18. Februar 2015) Ich trage einen dreiteiligen Anzug mit Fliege. Immer. Immerimmer. Insbesondere meine Arbeitskollegen können das bezeugen. Und da die mich - wie ich mutmaße - sowieso manchmal für "irgendwie anders" halten, hat es sie wohl auch nicht gewundert, dass ich heute eine etwas glänzendere Weste und einen Gehrock anhatte und dazu ein Plastron. Mir war nämlich klar, dass ich es zu meinem Auftritt zum Kreppelnachmittag (Kreppel = Krapfen = Berliner = Pfannkuchen) des VdK Eckenheim/Eschersheim nur schaffen würde, wenn ich direkt "vonne Schicht" fahre. Das bedeutete dann allerdings, quasi kostümiert zur Arbeit gehen zu müssen: Die Kollegen haben es mit großer Fassung und mildem Spott hingenommen. Am Aschermittwoch scheint das tolerable zu sein.
Der Auftritt an sich: Mal was ganz anderes für mich, denn es waren keine Kinder, sondern nur sehr Erwachsene zugegen, ein Publikum das ungleich schwerer anzuwärmen ist, dann aber sehr viel aufmerksamer folgt. Ich mache table hopping und sie nehmen mit gleicher Begeisterung und Verwunderun, was ich Ihnen vorspiele: ambitious card, Schwammhasen, Seile, Münzen, ... "Könne Sie aach amol zu uns komme?", "Gell, Sie habbe unsern Tisch ned vergesse?" Das allermeiste gelingt sehr gut und es macht einen ungeheuren Spaß! An einem Tisch packe ich sogar die Matte aus, legen wahllos ein paar Requisiten aus und mache, was mir grade in den Sinn kommt in schneller Folge. Szenenapplaus ist die Folge.
Zum Schluß gibt es (unverlangt!) eine Pulle Champagner als Gage: That's the life ...

Sonntag, 15. Februar 2015

Lieber Arm dran als Arm ab ...

(15. Februar 2015) ... lautet ein alter, alter, sehr alter, sehr lahmer Spruch, aber Topas gibt dem ganzen eine neue Bedeutung:


Herrlich, wie er die Manierismen der Branche hochnimmt!

Sonntag, 8. Februar 2015

Verkackt ...

(08. Februar 2015) ... ist vielleicht ein zu hartes Wort für das, was mir soeben bei Viktoria Preussen 07 passiert ist, aber das war weit davon entfernt, perfekt oder auch nur gut zu sein. Was ich erwartet - und demzufolge mit eigenem Vortrag vorbereitet hatte - war dies:

  • Neujahrsempfang von Viktoria Preussen: ca. 30 Leute
  • Beginn: 11:00 Uhr
  • kurze Ansprache des Vorsitzenden (Begrüßung der Gäste, kurzer Abriss des Jahres, ...)
  • danach ich mit ein, zwei parlour-Nummern
  • danach gemütliches Beisammensein und Schwatz über Gott und die Welt
  • Ende 13:00 Uhr
Was tatsächlich passiert ist, ist dies:
  • Neujahrsempfang von Viktoria Preussen: ca. 60 Leute
  • Beginn: 12:00 Uhr (offiziell, tatsächlich 12:20 Uhr)
  • Ansprache des Vorsitzenden (Begrüßung aller Gäste, Abriss des Jahres, ...)
  • danach die Ankündigung, ich würde table hopping machen (ups!)
  • einer der ehemaligen Vorsitzenden ist ebenfalls Amateurzauberer und zeigt eine schöne Routine mit einer selbstgemachten Kelle, pen through anything und matchbox penetration
  • ich schwitze und rette mich mit den Päckchentricks, die ich (warum eigentlich?) mitgenommen hatte - immerhin komme ich so dazu, die eben erst einstudierte Stand-Up-Monte ein paar Mal zu spielen
  • danach hektisches Verlassen des Tatortes, weil das Essen zuhause schon lange auf dem Tisch steht
Wat lernt uns dat? Erstens: Genau absprechen, wann was passieren soll, zweitens: Genau absprechen, wann was passieren soll, drittens: Genau absprechen, wann was passieren soll, viertens: Zeit genau erfragen, fünftens: Immer zwei Stunden mehr einplanen.
Das ist alles um so ärgerlicher, als ich die Veranstaltung eigentlich kenne und hätte wissen können und müssen, dass das so, wie ich es ursprünglich geplant hatte, nicht gehen würde. Nicht dass eine table-hopping-Einlage dort nicht hätte funktionieren können, aber das hätte ich besser planen müssen. Den Verein trifft nicht die geringste Schuld ...

Darth Vader kommt zum Narrhallamarsch


(07. Februar 2015) Beim Kindermaskenball des Musikvereins Nordenstadt werden nicht nur die Kostüme der Kinder prämiert, sondern auch die der Erwachsenen - und da betreten dann allen Ernstes ein Darth Vader und ein Stormtrooper als Gewinner zu den Klängen des Narrhallamarsches die Bühne. So was gibt's nur im Karneval! Im letzten Jahr haben übrigens ein Vater mit seinem zweijährigen Sohn gewonnen: Der Kleine als Batman verkleidet, sein Vater als Robin ...
Ich wusele drei Stunden durch den Saal, zeige abwechselnd Sachen an meinem eigenen Tisch oder mache table hopping - und stelle fest, dass eine Asbach-uralte Nummer mit einem Tuch und schnell aus irgendwelchem Papier gedrehten Papiertüten, zwischen denen das Tuch magisch hin- und her-wandert unglaubliche Reaktionen bei den Kindern verursacht:"Ich hab' Dich schon im letzten Jahr zaubern gesehen: Das ist so cool!". Wie immer sind die Schwammbälle der absolute Knaller und alles was brennt, hat sofort die Aufmerksamkeit des gesamten Auditoriums - ca. 300 Kinder mit ihren Eltern.
Ach ja: Als kleines Dankeschön gibt es vom Vorsitzenden eine Flasche Rotwein der Marke "Domina": Immer wenn man glaubt, schon alles gesehen zu haben ...

Montag, 5. Januar 2015

Man sieht nur, was man weiß!

(04. Januar 2015) Sie zeigen einem, wie sie es machen und trotzdem sieht man nichts: Genial! Und die Nummer mit dem Münzfang aus dem Nichts ist unglaublich schön und poetisch:


Ich hatte vor drei Jahren die Gelegenheit, die beiden in Las Vegas live zu sehen: Eine Offenbarung!

Ein Satz mit X ...