Sonntag, 31. Mai 2015

Oohh, nicht schon wieder Pause!

(31.05.2015) Die AHD hat ihr wohlbekanntes Pfarrfest in Dreifaltigkeitsfest umbenannt, aber sonst alles beim Alten belassen - und das ist gut so! Denn das war schon immer eine Riesensause und das ist es immer noch. In diesem Jahr darf ich mitten drin stehen und zaubern und das ist die reine Freude. Wie immer ist das größte Problem, dass sich die Kinder so dermaßen drängen, dass der Tisch kaum am Platz stehenbleibt, aber vielleicht ist das ein Luxusproblem. Das Beste jedenfalls ist, das jedesmal, wenn ich eine Pause machen möchte oder muss, weil ich gerne einen Kaffee trinken möchte oder ein paar magische Dingstabumsta wieder zurücksetzen muss, die Kinder schmollen: "Oohh, schon wieder Pause!".
Ja, und dann kommt da dieser Mann, der um eine Visitenkarte bittet und mich wissen lässt, dass doch alles sehr professionell sei. Das stimmt zwar nicht im allermindesten, aber es schmeichelt dem Laien natürlich maßlos, für einen Profi gehalten zu werden ...
Was ich heute gelernt habe? Nun ja:
  • Selbst die kleinste Briese ist mit so ganz leichten Requisiten wie Karten oder Schwammbällen ein Problem.
  • Die Flammen von brennendem flash paper wehen selbst bei kleinsten Briese in alle Richtungen, auch in Richtung meiner Hand.
  • Die Flammen von brennendem flash paper sind sehr heiß!
  • Kinder, die grade mal über die Tisch schauen können, sehen manchmal Dinge, die sie nicht sehen sollten von unten - und die haben kein Problem damit, allen Zuschauern sofort unmißverständlich mitzuteilen, was sie gerade gesehen haben.
  • Auch Routinen, die man sicher glaubt zu beherrschen, sollten hin und wieder mal geübt werden - vielleicht beherrscht man sie doch nicht so sicher ...

Sonntag, 24. Mai 2015

Bembelzaubern, oder: Im Kostüm durch's wilde Eckenheim

(23. Mai 2015) Zu einem Zauberauftritt anläßlich eines 60sten Geburtstages war ich in den Homburger Hof gebeten worden - und der ist nach eigenem Bekunden ein Ort der Bembelkultur und hat Bembelkegelbahnen. Also, ist Zaubern dort "Bembelzaubern", richtig? Wenn sie die Antwort wissen schreiben sie bitte eine eMail an karsten.meyerhoff@ist-ja-auch-egal.de.
Der Homburger Hof ist grade mal ein paar Minuten zu Fuß von meinem Wohnort entfernt, also stapfe ich zu Fuß im vollen Ornat durch Eckenheim; Langer, schwarzer Gehrock, schwarze Weste, Fliege und natürlich Melone. Man wird schief angeschaut, Leute wechseln die Straßenseite und Mütter holen ihre Töchter ins Haus: Eine sehr merkwürdige Erfahrung. Aber, vielleicht bilde ich mir das nur ein ...
Der Auftritt war "Bombe" (um es in den Worten eine der führenden Aphoristikerinnen deutscher Zunge, Motsi Mabuse, zu sagen): Die geladenen Geburtstagsgäste waren allesamt in der Laune, unterhalten zu werden, sind mitgegangen und schienen zwischen offiziellem Programm und Buffet richtig Spaß an meinem table hopping zu haben. Was soll ich sagen: Wenn die Leute lachen, verblüfft schweigen, einander erstaunt anschauen und fragen: "Wie hat er das denn gemacht?", dann geht mir das Herz auf, so gehört dat!

Samstag, 16. Mai 2015

Zaubern up Platt

(16. Mai 2015) Ik kann ji heelneit vertellen, wau gediegen dat was: Ik was dat erstmol för ein Hochtied innladen as Zauberer. Unn da hebb ik mi bannich op freit, weil ik docht harr, dat de Lüü goot opleggt sünd und een Sinn hebben an Zaubern. Unn dat was ook so, man as ik för de erst poar Lüü wat mak und mit de proot - hochdüütsch, wat denn anners? - denk ik so: So as dei prooten, dat hest du all mol hört und da hebb neetekraat fracht: "Ji klingen, as wenn ji van Oostfreesland sünd.". Unn Dunnerschlach: So wer dat! De kwammen van Moordörp unn anners welken wassen ut Filsum! Sien Ollen weeren van Oostfreesland hebb ik dann mitkregen.
Een Moment hev ik överleggt - und dann up Platt wiedermakt. Dat was 'n bietje sünnerbar, weil ik dat nun heel neit weernd bün Platt to proten unn ok neit Platt upwursen bün, man dat ging woll. Unn de Lüü kicken di ok futt heel anners an, is ja kloar. Ik bünn dann van een Tafel not annern gangen und hebb överall frocht, ob se doar ok Platt proten deen, man dat weern bloot 'ne poar Lüü, man dat weer jümmers 'ne gauden Inföhrn, ook wenn ik dann up Hochdüütsch wiedermakt hebb. Wat sall ik seggen: De Werelt is'n Dörp!
Übersetzung erhältlich unter: karsten.meyerhoff.ffm@googlemail.com

Donnerstag, 14. Mai 2015

So-so: Zaubern kann dem Publikum also auch Spaß machen ...

(14. Mai 2015) Wayne Dobson ist brilliant - gut, das weiß jeder. Er geht sehr natürlich und zuvorkommend mit seinem Publikum um - gut, das weiß auch jeder. Aber dieser Herr, den er aus dem Publikum wählt, ist die Krönung! Das habe ich persönlich noch nie erlebt, dass jemand so mitgeht und so viel Spaß auf der Bühne hat. Sollte das am Ende bedeuten, dass ich noch nicht ganz so gut bin wie Wayne Dobson? Hhmmm ...


Montag, 11. Mai 2015

Das Maienquartett singt, ich bin heiser

(10. Mai 2015) Das Maienquartett (hier der Link) ist ein traditionsreicher Gesangsverein im Stadtteil Bonames und die haben hinreichend viel Tradition, dass es für die Feier des  90-jähriges Bestehens reicht. Es gibt keine akademische Feierstunde (die wird's wahrscheinlich dann in 10 Jahren geben), sondern man findet sich am Sonntag-Nachmittag im Haus Nidda zusammen und singt - und zwar reichlich. Erst das Maienquartett, dann der befreundete Chor aus Gersdorf, dann wieder das Maienquartett, dann wieder ...
Um 18:00 Uhr ist dieser Teil der Veranstaltung vorbei, man geht zum gemütlichen Teil über und jetzt bin ich dran mit table hopping - und lerne ein paar Lektionen:

  • Ich verstehe und akzeptiere vollkommen, dass ich mit meiner Kunst Beiwerk bin, und ...
  • ... der Auftritt beim Maienquartett hat das sehr eindrucksvoll bestätigt.
  • Wenn Menschen keine Zauberei erwarten, ist das Eis, das man brechen muss, seeehr dick.
  • Bedienungen haben das Konzept der close-up mat nicht verstanden: Die stellen das Essen auch gerne mal direkt auf die Matte, denn da ist ja Platz ... :-(
  • Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen orientiert sich an der Schnittfrequenz von MTV-Videos - auch wenn sie nicht der MTV-Generation angehören.
  • Die Musikbegleitung im Saal ist immer zu laut, immer! Die Musiker wollen ja auch gehört werden und das ist nachvollziehbar und in Ordnung. Aber für Effekte, zu denen eine Geschichte gehört (ich habe nur solche) ist das sehr schwierig - und deshalb bin ich heiser.
P.S.: Ich gestehe, dass Chormusik normalerweise nicht so an mich geht, aber der Gersdorfer Chor hat ein Lied von Hubert Goisern gesungen hat, das mich schon gepackt hat: Weit, weit weg

Ein Satz mit X ...