Sonntag, 28. Juni 2015

Einfach ist nicht einfach einfach

(20. Juni 2015) Das mache ich nie wieder! Zum Sommerfest "meines" Sportvereins, des TSV Berkersheim, hatte ich angeboten, einen kleinen Zauberworkshop zu machen: Der Vorstand war begeistert. Nichts weltbewegendes, ich bin nicht der Masked Magician (höchstens der Hatted Magician), sondern nur ein paar Sachen, die jeder schnell in der Bibliothek seines Vertrauens hätte finden können. Ich hatte mir ein paar einfache Sachen mit Seilen vorgenommen, weil ich gehofft hatte, dass das sowohl Erwachsene als auch für Kinder interessant sein könnte: Ich wusste ja nicht, welches Publikum kommen würde. Wie sich dann herausstellte, waren es mit Masse Kinder - und für viele dieser Kinder waren selbst die Dinge zu schwer, die ich für einfach gehalten hatte. Konzepte wie "oben, unten, links, rechts, vorne, hinten, Daumen, Zeigefinger, ..." zu mindestens bei den kleineren Kindern - deren Alter ich mal so auf sechs, vielleicht sieben schätzen würde - nicht klar waren. Selbst die Vorführungen von hinten über die Schulter, so dass man alles seitenrichtig und unmittelbar vor Augen hat, hat da manchmal nicht geholfen. Ich habe mich da total verschätzt, was Kinder welchen Alters schon können - und was noch nicht. Die wenigen Erwachsenen begreifen natürlich viel schneller und langweilen sich dann, wenn die Kinder noch eine zweite, dritte, vierte Vorführung brauchen. Wieder was gelernt ...

Samstag, 27. Juni 2015

Lindenfest: Ein Satz mit X

(27. Juni 2015) Erst regnet es fies, dann gießt es, zwischendurch schüttet es wie aus Kübeln und zum Schluß öffnet der Himmel seine Pforten. Und als dann endlich in Berkersheim und für das Lindenfest eben dort der Regen aufhört, habe ich ein Déjà-vu: Keiner interessiert sich für Zaubern (siehe meinen letztjährigen Blog-Eintrag). Das ist auch mal eine interessante Erfahrung, denn normalerweise kommen mindestens mal die Kinder gerannt und man kann nicht einmal in Ruhe aufbauen: Hier nicht. Nicht dass keine Kinder da wären, aber es gibt Kinderspiele, Ponyreiten und Traktorfahren und das scheint deutlich mehr zu ziehen als alles andere. Und so ziehe ich nach einer Stunde Regen und einer Stunde Erfolglosigkeit (ich habe genau eine Routine für zwei junge Damen und ihre Mutter gespielt!) mehr oder minder unverrichteter Dinge wieder ab - und bin um eine Erfahrung reicher.

P.S.: Mir ist soeben (30. Juni 2015) aufgefallen, dass die Überschrift vielleicht etwas irreführend ist, denn das Lindenfest an sich, war - nachdem der Regen weg war - eine tolle Veranstaltung!

Sonntag, 14. Juni 2015

It's always the singer, never the song!

(14. Juni 2015) Der Spruch meint: Wenn um Unterhaltung geht, kommt sehr viel mehr auf die Präsentation an, als auf den Inhalt. Das ist natürlich eine Überspitzung (die Heidi-Titelmelodie macht auch ein Bruce Springsteen nicht zu einem Meisterwerk), aber was Wahres ist schon dran. Zum Beweis, hier zweimal derselbe Effekt von zwei sehr verschiedenen Zauberern:



So gleich und doch so verschieden, oder?

Sonntag, 7. Juni 2015

Über 30 Grad und die Soße läuft

(6. Juni 2015) Kein appetitliches Thema für einen appetitlichen, kleinen Blog-Eintrag, oder? Aber was wahr ist, muss wahr bleiben: Es war brüllend heiß und während meines Auftritts angelegentlich des Sommerfestes am Frankfurter Bergs ist mir teilweise der Schweiß von der Stirn auf die Brille getropft, sodass ich kaum weitermachen konnte. Aber ich muss als Zauberer nun mal am Kostüm erkennbar sein, das habe ich in den zurückliegenden Jahren gelernt. Vielleicht liegt das daran, dass ich in anderen Funktionen in "unseren" Stadtteilen zu bekannt bin, sodass es des klaren visuellen Signals bedarf: Ah, er ist als Zauberer da. Aber der Reihe nach ...
Da war zunächst einmal dieses Swing-Orchester und die haben zwei Sachen gespielt: Ersten Swing und zweitens laut. Nicht dass sie es nicht gekonnt hätten, ganz im Gegenteil! Aber laut ist laut und laut ist der Tod der Kunst, die ich zu erheblichen Teilen über Sprache transportiere. Also baue ich meinen Tisch weit vom Orchester entfernt auf und bin froh meine beiden spanischen Wände mitgebracht zu haben, mit denen ich meinen Tisch etwas abschirmen kann.
Zum Auftritt an sich gibt es nicht viel zu sagen: Es bildet sich eine Traube, sobald ich anfange zu zaubern. Wie immer gehen die Sachen die unmittelbar und schnell sind, wie z.B. die Routine mit der Papierschlange (hier ein Beispiel auf Youtube) und der verbrannte Euro. Was mich ziemlich gewundert hat ist, dass die Routine Eyephone 10 (hier vom Meister Lee Smith höchstpersönlich auf Youtube) nicht so dolle ankommt, wie ich gehofft hatte. Ich finde die total witzig und überraschend, aber ich habe sie zwei, dreimal gespielt und nicht die Reaktion bekommen habe, die ich erwartet hatte. Aber es gilt wie immer: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
Und alles endet damit, dass ich, nachdem ich abgebaut habe und auf der Suche nach dem Vorsitzenden des veranstaltenden Vereinsringes über den Platz schlendere, von einem Jungen von ca. 7 Jahren beiläufig angesprochen werde: "Gut gezaubert, Karsten." Na, wenn er's sagt ...

Ein Satz mit X ...