Montag, 12. Dezember 2016

Schmuck am Nachthemd

 (12. Dezember 2016) Bei der Kinderweihnachtsfeier des TSV Berkersheim bin ich Schmuck am Nachthemd. Ich beschäftige die drei- bis neunjährigen Kinder, die von ihren Eltern viel zu früh gebracht oder viel zu spät abgeholt werden, ich überbrücke, wenn während der Kekse-ess- und Kakao-trinkpause irgendwo Unruhe aufkommt - und das ist vollkommen in Ordnung so, denn so ist es geplant, so ist es gedacht, so ist es schon seit Jahren. Das hat mich einiges gelehrt über das Zaubern für Kinder. Ich bin weit davon entfernt, ein Kinderzauberer zu sein und ich werde es auch in diesem Leben wohl nicht mehr, aber ein paar Grundregeln glaube ich schon gelernt zu haben: Schnell, bunt, abwechslungsreich, je weniger Vortrag, desto besser (das tut mir so besonders weh, weil ich immer glaube, so tolle Geschichten zu haben ...).
Der Puppenspieler mit der Bauchbühne (ja, genau der trägt einen Kasten vor dem Bauch, der die Puppenbühne bildet), der die Hauptattraktion des Nachmittags ist, beherzigt einige dieser Grundregeln nach meinem Empfinden nicht: Langwierig, langweilig, eine verworrene Handlung, im Rahmen derer offensichtlich alle Puppen vorgestellt werden müssen, die die Werkstatt so hergibt - und eine Vorstellung, die auf sage und schreibe 45 Minuten angelegt ist. Nach 15 Minuten muß man bereits durch die Reihen gehen und Kinder am rangeln hindern und sie um Konzentration bitten, der Geräuschpegel, der bei einer solchen Veranstaltung nie besonders niedrig ist, steigt und steigt. Besonders laut wird es, wenn der Kollege darstellender Künstler die Puppen wechselt und sekundenlang gar nichts passiert.
Ich hoffe, mir sagt irgendjemand klar und ungeschminkt, wenn ich so etwas verzapfe!

Sonntag, 23. Oktober 2016

Lange Nacht in Langen

(22.10.2016) Es tut mir leid - und das ist keine Floskel - aber ich muss diesen Blog-Beitrag schreiben. Normalerweise gilt ja die Regel, nach der man nichts sagen soll, wenn man nichts Positives sagen kann. Aber hier stehe ich, ich kann nicht anders.
Ich war gestern Abend mit meiner werten Frau Gemahlin in Langen bei der Show "Magic Moments - Marvin's Magic Show meets friends" deren Headliner der Zauberer Marvin Seib war - ich habe keine Webseite gefunden, sondern nur eine Facebook-Seite. Um es kurz zu machen: Wir waren massiv enttäuscht.

Beginnen wir mit der Organisation - oder dem Fehler derselben. Es beginnt nämlich damit, dass es nicht beginnt, jedenfalls nicht pünklich. Man gönnt sich eine solide Viertelstunde Verspätung, während derer alle möglichen Leute aus dem Zuschauerraum auf die Bühne gehen, hinter dem Vorhang verschwinden, wieder auftauchen und kurz durch den Vorhang lugen. Überhaupt: Der Vorhang! Mehrfach werden die Akteure von seinem Öffnen oder Nicht-Öffnen oder Schließen überrascht, müssen noch schnell einen Ausfallschritt machen, um davor zu bleiben oder dahinter zu verschwinden. Gerne wird auch mal der Kopf durch den Vorhang nach hinten gestreckt, um zu prüfen, ob die nächste Nummer schon fertig aufgebaut ist und es im Programm weitergehen kann - mit dem Rücken zum Publikum. Während der Nummern ist manchmal nur ein sehr kleiner Teil der Bühne ausgeleuchtet; der Künstler tut einen Schritt zur Seite und steht im Dunkeln. Requisiten oder Instrumente (s.u.) liegen nicht bereit, Künstler wandern auf der Bühne hin und her um "ihr Zeug" zu finden, einer geht sogar einen Moment von der Bühne ab, um noch "schnell was zu besorgen". Das alles trägt dazu bei, dass es sich etwas zäh und langsam anfühlt - und das ist es objektiv auch. Wir verlassen kurz vor 23:00 Uhr den Saal während die Vorstellung noch im vollen Gange ist.

Die Programmgestaltung ist - nun ja, sagen wir mal: Ungewöhnlich. Wenn ich die Show eines Zauberers besuche, in deren Titel das Wort "Magic" zweimal verwendet wird, dann erwarte ich im wesentlichen Zauberei. Bekommen habe wir eine Aufführung, die zu höchstens einem Drittel aus Zauberei bestand und zu zwei Dritteln aus acts wie Bauchreden, quick change, Akrobatik an doppelten, vertikalen Stoffbahnen - und Gesinge. Es treten mehrfach adrette junge Herren auf - Anfang 20, wenn ich schätzen müßte - und geben gesanglich Dinge zum Besten, die wahrscheinlich in den ersten Runden von "Deutschland sucht den Superstar" ganz gut ankommen würden. Sie singen nicht "Oh, oh, oh, it's magic, you know - never believe it's not so [...]" (siehe z.B. hier) und so erschließt sich mir der innere Zusammenhang zur Zauberei nicht, aber Bitteschön: Ich bin ein alter Sack, was weiß ich schon. Für mich hat das ganze die Anmutung eines bunten Abends bei Elektro Müller zum Sommerfest: "Und jetzt kommt Frau Meier aus der Buchhaltung und spielt "Hells Bells" auf der Zieharmonika".
Aber: Wer Zauberei sehen will, kommt genausowenig auf seine Kosten, wie jemand, den die Musik interessiert. Und auch das muß gesagt sein: Bauchreden und quick change sind nach meinem Empfinden schon irgendwie der Zauberei ein wenig anverwandt, weil die Überschrift immer ist: Wie macht er/sie das denn? Meine Frau war da viel strenger: Keine Zauberei, keine Daseinsberechtigung in dem Programm.

Was die Zaubernummern angeht, so war der Gastauftritt von Ulf Bürger eindeutig der Höhepunkt: Gut choreographiert, unterhaltsam, klar strukturiert, sehr saubere Technik. Der im Veranstaltungstitel namentlich genannte Meister selber: Da ist Luft nach oben ... Es scheint mir die Wurzel des Übels zu sein, dass Herr Seib Effekt an Effekt reiht - er selber spricht von Tricks - ohne dass es einen Hintergrund, eine Motivation oder einen roten Faden gäbe. Sein Sprechpart ist rein deskriptiv: "Jetzt kommt der nächste Trick - ich stelle die Flasche hier auf die Hand - ich schreibe eine Vorhersage auf - ich gehe jetzt hier herüber ... Es tut mir leid: Aber das ist belanglos. Das gilt auch für die Bühnenillusionen, die zur Musik gezeigt werden: Origami, Zig-Zag, gefesselte Assitentin im Zuschauerjacket, schwebender Tisch. Das paradoxe ist, das die einzige Nummer, die aus diesem Schema auszubrechen versucht, noch schlimmer ist. Es ist eine Variante des Hindu-Fadens, die er mit einem Kollegen/Freund vorführt. Das Narrativ (ich habe ein neues Wort gelernt, das muss sich jetzt amortisieren): Als Kind war ich furchtlos und meine Phantasie hat mir alles erlaubt, heute bin ich erwachsen und habe all das verloren, aber die Zauberei gibt mir die Kindlichkeit zurück. Alles sehr poetisch, sehr schön, sehr tiefsinning. Aber was nützt es denn, wenn Herman van Veen die Texte schreibt, aber die Ausführenden die Ausdruckskraft von Costa Cordalis haben?

So, jetzt habe ich mich ausgekotzt, aber es tut mir - schon wieder - leid: Ich weiß genau, wieviel Arbeit da drin steckt, wieviel Vorbereitung, wieviel Herzblut, wieviele Ideen und wie gut alles gemeint war, aber ich habe es so erlebt, wie ich es geschildert habe. 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Profis zeigen immer dieselben Tricks immer anderen Leuten, ...

(15. Oktober 2016) ... Amateure zeigen immer den selben Leuten immer andere Tricks.
Und das wird bei mir und manchen Bekannten und Freunden mittlerweile ganz schön schwer! Die haben schon alles gesehen und kann nicht mehr mit der Frequenz neues Programm erarbeiten, wie diese Freunde es anfordern. Das ist vielleicht ein Luxusproblem, denn es heißt jawohl soviel wie, dass das Vorgeführte gefällt. Aber mein Anspruch an mich selber ist mittlerweile auch der, dass mir die reine Aneinanderreihung von Effekten nicht mehr reicht - und eine gute Nummer von 5 Minuten zu erarbeiten ist ein erheblicher Aufwand.

Wie auch immer: Ich habe zum ersten Mal mein Becherspiel mit dem gespielt, was ich im Moment als den endgültigen Vortrag ansehe. Vortrag: gut - technische Ausführung: na ja ... Warum ist eigentlich so, dass die Sachen 200 Mal in der Probe klappen und einmal während der Vorführung nicht? Und jetzt sage keiner, es liegt am Lampenfieber, denn das verspüre ich nicht. Überhaupt habe ich viel an mir gearbeitet und seit ich meine Arroganz abgelegt habe, bin ich jetzt perfekt  ;-)


P.S.: Den letzten Witz habe ich übrigens bei Urban geklaut. Urban, wenn Du das hier liest: Danke!

Sonntag, 9. Oktober 2016

Keine Schlange am Damen-WC

(8. Oktober 2016)  Wir alle kennen das Phänomen: In den Veranstaltungspausen gibt es vor dem Damen-WC eine Schlange - Theater, Konzert, Messe, Kino, ganz egal wo und wann. Nicht so anläßlich des Zauberkongresses Magie Exquisit des Ortszirkels Frankfurt des Magischen Zirkels, denn Zaubern ist immer noch mit überwältigender Mehrheit eine Männerdomäne. Das bedeutet nicht, dass nicht zu Magie Exquisit auch Damen gekommen wären, aber eben nur sehr wenige.
Meine Damen, sie wissen nicht, was sie verpassen: Der Kongress war die Wucht in Tüten - eine Wucht in ausgebuchten Tüten! Eine dieser Veranstaltungen, bei denen man nach 20 Minuten auf die Uhr schaut, nur um festzustellen, dass bereits zwei Stunden rum sind. Deshalb erlaube ich mir, ein, zwei Photos mehr zu posten als sonst. Was passiert auf einem Kongress? Naja: Berufene Leute halten Vorträge, nicht ganz so berufene hören zu - und schreiben mit - und versuchen was zu lernen.
In den Pausen steht man beisammen trinkt Kaffee, fachsimpelt und kauft den angereisten Zauberhändlern (wie zum Beispiel Magic Center Harri) das eine oder andere ab. Die Atmosphäre ist so eine Mischung aus Klassenfahrt und Proseminar. Es gibt den Anfänger, der mit Kulleraugen die Profis bewundert, es gibt den abgebrühten Semi-Profi, der alles kennt, alles kann, alles schon mal gesehen hat, und weiß, wie's besser geht, es gibt die Altherrenriege, bei der früher alles besser war und es gibt alles andere Menschliche auch.
Mir persönlich hat das Seminar von Helge Thun am besten gefallen, worin es darum ging, welche Kreativtechniken man für das Schreiben von Comedy-Nummern verwenden kann. Mich interessieren Methoden sehr viel mehr als "Ich führe einen Trick vor - ich erkläre einen Trick - ich verkaufe einen Trick". Das hat sicher auch seine Berechtigung, ist aber eben nicht so meins.
Einen sehr zwiespältigen Eindruck hatte von Herrn de Cova. Sein "normales" Seminar fand ich gut und erhellend, aber seine Nummer im Stile des berühmten amerikanischen Zauberers Albert Goshman
war nach meinem Eindruck ein wenig lieblos runtergeleiert.

















Mit Martin Lewis war wieder ein Grand Seigneur der Zauberkunst dabei. Man merkt, dass Herr Lewis in England geboren und aufgewachsen ist: Der feine englische Humor durchzieht seinen Vortrag. That's right up my alley!
Die Abendvorstellung wurde von den Herren Thun und Kondschak mit ihrer Nummer "Der Schöne und das Biest" bestritten: Ich muß lange zurückdenken um mich an eine Veranstaltung zu erinnern, bei der ich länger, heftiger und befreiter gelacht hätte!





Sonntag, 2. Oktober 2016

I tone down the awkwardness for the stage

(2. Oktober 2016) Wer's noch nicht kennt, sollte mal reinschauen: "Penn & Teller - Fool us". Penn & Teller gehören nach meiner unmaßgeblichen Meinung zu den unterhaltsamsten Zauberkünstlern der Gegenwart und sie lassen sich seit nunmehr drei Jahren von diversen anderen Zauberern einen Effekt vorführen. Können die beiden den Effekt nicht erklären (hat er also die beiden zum Narren gehalten, vulgo: did he fool them), darf der Zauberer bei den beiden Herren in Las Vegas im Vorprogramm auftreten - und auf die eigene Webseite schreiben, er habe Penn & Teller hinter's Licht geführt - und den vorgeführten Trick für viel Geld der staunenden Laienschar anbieten.

Ich fand Kyle Eschen schon eine ganze Weile sehr gut, aber sein Auftritt bei P&T hat mir besonders gut gefallen: Die volle Ladung Merkwürdigkeit, Absurdität und zynischer Humor. That's right up my alley!


Sonntag, 25. September 2016

Wasser zu Wein ...

(25. September 2016) ...wäre das richtige Kunststück zur feierlichen Einweihung des umgebauten Gemeindehauses der Nazarethgemeinde in Eckenheim gewesen. Das Umbauprojekt unter dem Motto "Was lange währt, wird endlich gut!" hat nach vielen Verzögerungen sein vorläufiges Ende gefunden und gefunden - es gibt Hoffnung für den Berliner Flughafen.
Die Gemeinde wollte feiern und zwischen dem Ende des Gottesdienstes und dem akademischen Festakt war Zeit zu überbrücken - ich war gebeten worden, dazu beizutragen.
"Water to Wine 2.0 - Extended version (video editing program for upload to Youtube included)" von Chris Angel habe ich nicht gespielt, sondern mein Standardprogramm (Schwammbälle, ACR, Fiber Optics, ...) plus ein, zwei Sachen, die ich verstärkt präsentieren möchte, als da wären meine neu erarbeitete Becherspielroutine und iPhone 10. Ich habe mir vorgenommen, iPhone 10 so lange zu spielen, bis es dem Publikum gefällt - oder ich mich wegen Depressionen in Behandlung gebeten muss. Das Ding ist so witzig und überraschend, da muss was gehen - und ich werde rausfinden, was ich bisher falsch gemacht habe ...

Sonntag, 18. September 2016

Kinder sind farbenblind

(18. September 2016) Ich hatte es mir so schön ausgemalt, ich hatte viel Gehinrschmalz investiert, um für den Kindergeburtstag ein schönes, konsistentes Programm zu haben unter der Überschrift "Farbe". Die kurze Bilanz lautet: Ist nicht angekommen. Nicht dass die Kinder das Programm nicht gut gefunden hätten, aber das einende Element, der rote Faden scheint nicht klar gewesen zu sein. Trotzdem funktionieren die Klassiker der Kinderzauberei: Magic Colouring Book, Hasenwanderung und Consorten. Aber nach 20 Minuten ist es vorbei und das Rumtoben gewinnt wieder die Oberhand.
Viel besser haben hinterher die Zaubereien am Tisch funktioniert - und hier habe ich (vor einem reduzierten Publikum der etwas älteren Kinder) das erste Mal meine Becherspiel-Nummer gespielt: Sie funktioniert! Das freut mich, denn da steckt eine Menge Arbeit drin.
Ich nehme aus diesem Auftritt mit: Vielleicht sollte ich mich auf älteres Publikum beschränken, bei dem mein absurder, ironischer Humor besser ankommt und die Aufmerksamkeitsspanne länger ist als 10 Sekunden. Das scheint im Moment das Motiv meiner Zauberentwicklung zu sein: Wer ist mein Publikum?

Nass und laut

(18. September 2016) Der TV Preungesheim macht bereits zum neunten Mal seinen Dorflauf: Eine Veranstaltung, die es zu Recht zu einer gewissen lokalen Prominenz gebracht hat. Der Vorsitzende hat mich gebeten, die "toten Zeiten" ein wenig zu füllen und zu zaubern. Als Vollblut-Amateur und Anfänger nutzt man natürlich jede sich bietende Gelegenheit, aufzutreten: Zaubern ist eine darstellende Kunst, sie muss vor Publikum ausgeübt werden.
Aber dieser Auftritt hat nicht wirklich Spaß gemacht. Ich habe keinen festen Platz, also laufe ich mit ein paar Seilen rum und spreche jeden an, der nicht drei auf den Bäumen ist und fordere ihn auf, in ein Seil einen Knoten zu machen, ohne die Enden loszulassen: Das ist zäh! Alles ist tropfnass, denn den gesamten Tag zuvor hat es geregnet. Aber das wichtigste ist: Wenn die Menschen Zaubern nicht erwarten ist Zaubern Mist! Man kann nicht gegen diese Nicht-Erwartung anarbeiten - ich zu mindestens kann es nicht, und so bleibt vieles Stückwerk und ich laufe rum wie bestellt und nicht abgeholt. Als dann auch noch eine Blues-Band - zugegebenermaßen sehr gekonnt - mit viel Schlagzeug und Bläsereinsatz beginnt, den Platz mit Musik zu füllen und man sein eigenes Wort nicht mehr versteht, ist meines Bleibens endgültig nicht mehr.

Und wer ist daran Schuld? Ich und sonst niemand! Ich muss wohl klarer machen, welche Auftrittbedingungen für mich gut (oder auch nur akzeptabel) sind. So mag dann mancher nicht absolvierte Auftritt der bessere sein ...

Sonntag, 11. September 2016

Mentalismus light

(11. September 2016) Tut mir leid, liebe Kollegen Mentalisten/ Mentalkünstler/ Next Uri Gellers: Ich mag es nicht, wenn Mentalzaubereien als echte übernatürliche Fähigkeiten verkauft werden. Ich mag das auch dann nicht, wenn "offen gelassen wird", ob die vorgeblichen Fähigkeiten echt sind, oder nicht. Deswegen finden sich in der Regel keine Mentalkunststücke in meinem Repertoire. Über verschlungenen Pfade bin ich nun aber zu einem Auftritt in Christels Scheune gekommen: Ein Open-Stage-Auftritt in einer zu einer kleinen Bühne umgebauten Scheune, die kaum größer ist, als ein sehr geräumiges Wohnzimmer mit einem leicht erhöhten Bereich - in Großbritannien würde man von high table sprechen. Das hier normalerweise veranstaltete Programm schien mir so einen leichten esoterischen Anstrich zu haben. Da hat mich der Hafer gestochen und ich habe ein mentalistisches Programm gespielt - und in jedem Satz zweimal versichert, ich hätte so viele übernatürliche Fähigkeiten, wie zwei Pfund Kartoffeln. Im übrigen habe ich meinem Affen soviel Zucker gegeben wie immer und das war sehr unterhaltsam. Insgesamt habe ich vier von den Zuschauern bestimmte Spielkarten, eine dreistellige und eine vierstellige Zahl korrekt vorhersagt: Keine schlechte Leistung für jemanden, der mit Mentalismus soviel am Hut hat, wie ein Leopard mit veganer Ernährung , oder?
Für mich war es unterhaltsam, aber offensichtlich auch für das Publikum, das glaube ich aus dem Applaus und den anschließenden Bemerkungen schließen zu dürfen.

Samstag, 27. August 2016

Kein Hitzefrei

(27. August 2016) Es ist still draußen. "Gespenstisch still" würde es wohl in einem Groschenroman geheissen haben, aber es ist wirklich still für einen Samstag-Nachmittag. Kein Laubbläser, keine tobenden Kinder, keine 3-er-BMWs, die in der Sigmund-Freud-Straße Rennen fahren: Es ist einfach zu heiß irgendetwas anderes zu tun, als ein eisgekühltes Getränk zum Mund zu führen. Und an diesem Tag habe ich einen Zauberauftritt im Freien anläßlich des Sommerfestes des Vereinsringes Eschersheim: Jawoll, ich leben meinen Traum.
Spaß beiseite: Abgesehen von den hohen Temperaturen war der Auftritt ganz ok. Ich hab eine wichtige Sache gelernt: Ich habe einige Nummern erarbeitet, denen eine kleine Geschichte zugrunde liegt und ich habe nie gewagt, die für Kinder zu spielen, weil ich der Ansicht war, dass bei Kindern die Aufmerksamkeitsspanne dazu nicht reicht. Heute habe ich gelernt, dass sie auch bei Erwachsenen nicht reicht, wenn man in Konkurenz zu Kaffee, Kuchen und den neuesten Gerüchten aus dem Stadtteil steht. Kurz, knapp, bunt, auf den Punkt, schnell ist gefordert. Oder meine Geschichten sind zu langweilig oder haben zu wenig zu tun mit dem Alltag der Menschen.
Andererseits: Irgendwas muß ich richtig gemacht haben, denn so viele Visitenkarten habe ich noch nie verteilt. Mal sehen, was sich daraus ergibt.

Sonntag, 3. Juli 2016

Die Rolle ist die Rolle ist die ...

(2. Juli 2016) Dass man in seinem Leben verschiedenen Rollen spielt, ist eigentlich eine triviale Erkenntnis: Dem einen ist man Sohn, dem anderen Arbeitskollege, der Dritten Ehemann. Bei vielen Vereinen scheine ich auf ewig nur Ortsbeiratsmitglied zu sein. Das ist mir heute beim Sommerfest des Jahnvolks wieder aufgefallen. Im bin im vollen Ornat da (Smoking, Anstecknadel des Magischen Zirkels) und habe alle Attribute des Zauberers bei mir: Zauberstab, Spielkarten, Seile, ... Und doch werde ich von jedem zweiten als Ortsbeiratsmitglied angesprochen. Besonders "störend" ist es, wenn jemand mich aus der zweiten Reihe schön laut vorstellt: "Das ist Herr Doktor Meyerhoff, der ist im Ortsbeirat - stimmt doch, Herr Doktor Meyerhoff, oder?" (Übrigens: Nein, bin ich seit März nicht mehr) Das ist gut gemeint, daran zweifele ich nicht, aber "gut gemeint" und "gut gemacht" sind nun eben zwei verschiedene Dinge. Besonders "nett" wird es, wenn sich ein Zuschauer einem anderen zuneigt und raunt:"Er hat eine erstaunliche Karriere hinter sich: Vom Politiker zum Zauberer ..." - und ich weiß nie so genau, ob da Bewunderung, Mitleid oder einfach nur namenloses Erstaunen mitschwingt.
Ansonsten: Gemischtes Publikum, jung, alt, erstaunt einen Zauberer zu sehen, willens sich unterhalten zu lassen, teils table-hopping, teils stationär an einem Tisch. Auf die kurze Formel gebracht: Läuft!
Notiz an mich selber: Fiber Optics muss man hin und wieder üben, nicht dass ich es richtig versemmelt hätte, aber ...

Sonntag, 26. Juni 2016

Na ja, Karsten, wenn Du das möchtest ...

(18. Juni 2016) Birgit, eine Freundin der Familie, ist 50 geworden. Das kann passieren, das passiert auch den Besten: Ich weiß wovon ich rede. Und neben viel Familie sind wir als Freunde zur Feier eingeladen. Das ist eine hohe Ehre und eine große Freude. Bereits für Birgits Gemahl hatte ich das Vergnügen, zum Unterhaltungsprogramm beitragen zu dürfen (siehe hier), aber eine Nachfrage beim Geburtstagskind selber hatte den Bescheid ergeben: "Na ja, Karsten, wenn Du das möchtest.". Ich bin schon vehementer aufgefordert worden, zu zaubern ...
Egal, ich habe meinen Koffer mitgeschleppt und nach einer sehr leckeren Vorspeise und einem sehr leckeren Hauptgang am Abend meine Chance gesehen, ein wenig table-zu-hoppen. Die Reaktion des Publikums - und auch der Gastgeberin - hat es dann besiegelt: Allen hat es eine Menge Spaß gemacht. Ich habe letzlich das Programm gespielt, dass ich im Moment immer spiele: Kellen, Ring'n'String, Becher, Fiber Optics, ambitious card, ... Geht alles, wird alles dankbar aufgenommen und ich habe eine Menge Spaß.
Natürlich geht immer was daneben. Man hat alles gut geübt - so denkt man. Und dann grapscht einem ein Zuschauer an einer unvorhergesehenen Stelle in irgendein Requisit. Zuerst denkt man sich: "Mist! Mußte das jetzt sein?" und dann denkt man sich: "Ok, hättest das Ding ja auch 20cm weiter weg ablegen können, dann wäre das nicht passiert.". Oder Zuschauer schauen nicht dahin, wo sie hinschauen sollen - noch mal "Mist"! Gut, aber wenn ich es das nächste Mal vielleicht ein wenig anders präsentiere, wird das vielleicht besser. Und so lernt man immer dazu.

Sonntag, 29. Mai 2016

Ich habe 5 Kilo abgenommen

(28. Mai 2016) Ich kenne mich sehr gut aus mit den Sommerfesten der Freiwilligen Feuerwehr, Weihnachstfeiern der Kirchengemeinden und Schulfesten - dieses Blog legt Zeugnis davon ab. Zu privaten Feierlichkeiten werde ich eher selten eingeladen. Deswegen war die Bat-Mitzva-Feier angelegentlich derer ich auftreten durfte, für mich besonders interessant: Table-hopping für ca. 50 Leute jeden Alters, die in einem netten italienischen Restaurant an langen Tischen der "Tochter des Gebots" ihre Ehre erweisen wollten.
Kurz und gut: Eine absolute Sause! Ein aufgeräumtes, höfliches, sehr begeisterungsfähiges Publikum das lacht, klatscht, andere Gäste heranwinkt, damit denen um Gottes Willen nichts entgeht, ein Publikum das erkennbar Lust hat, sich unterhalten zu lassen. Ein Tisch, an den ich es bis dahin noch nicht geschafft hatte, entsendet einen Repräsentaten, der zu Wissen gibt, man fühle sich diskriminiert und man bitte doch um mein Erscheinen, Gäste die von Tisch zu Tisch mitgehen, um ja nichts zu verpassen: Herz, was willst Du mehr!
Fast alle Nummern, die ich neu erarbeitet habe kommen sehr gut an: Die chinesische Münze, die sich fortwährend von ihrem Faden befreit, der Kellenspiegel, bei dem aufgemalte Kreuze hin- und herspringen und der kleine Ball der immer wieder seinen Weg unter einen Kupferbecher findet. Ambitious Card, Schwammbälle, zwei Seilroutinen und zwei verschiedenen Three-Card-Montes komplettieren das Programm.
Was ich gelernt habe? In so einem setting (Restaurant, Buffet, viele Leute, viele Gespräche, tobende Kinder, klapperndes Geschirr, ...) gilt: Je visueller, desto besser. Ausführungen zu Leben und Werk von Sir Isaac Newton, der herausgefunden hat, dass sich zwei Feststoffe nicht zur selben Zeit am selben Ort befinden können und der damit die Unmöglichkeit von Durchdringungseffekten begründet hat, verhallen eher ungehört - im mehrfachen Sinne des Wortes.
Achtung, jetzt wird's unappetitlich, nicht dass Sie sagen, ich hätte Sie nicht gewarnt ... Ich habe geschwitzt wie ein Tier! Just als ich am Auftrittsort eintraf, entlud sich eine Warmfront aus Südeuropa an der Grenze zu einer kühleren Luftmasse aus Nordeuropa in Gestalt eines Gewitters, was zusammen mit vielen Gästen in einem kleinen Raum zu subtropischen Verhältnissen geführt hat. Ob es fünf Kilo waren, die ich dabei verloren habe, sei mal dahingestellt, aber von der Stirne heiß ronn in der Tat der Schweiß. Ja, und wie nach der Sauna war das Gewicht dann nach der Einnahme von diversen Getränken wieder auf der Waage. Schade!

Sonntag, 22. Mai 2016

Die coole Merkel


(21. Mai 2016) Ich nörgel mal hier gleich am Anfang, dann ist das schon mal weg: Ich hatte Karten für Dr. Harry Keatons Show "Das magische Klassenzimmer" gekauft - hier online auf seinen eigenen Web-Seiten zu finden - und ich hatte bewußt Galeriekarten gekauft, denn im Capitol in Offenbach hat man von der Galerie nun mal den besseren Überblick. Vor Ort hieß es dann allerdings, die Galerie werde nicht besetzt, wir könnten uns gern im Hauptzuschauerraum Plätze suchen. Das war nicht so einfch, denn der war schon rappel-dicke voll und Plätze auf den Seitentribünen waren großzügig mit "Reserviert"-Zetteln belegt. Es dämmert uns bald warum: Es wurde die Show für das Fernsehen aufgezeichnet und man wollte offensichtlich ein volles Haus zeigen. Das kann ich verstehen, aber ich werde nie wieder in eine Show gehen, während der für's Fernsehen gedreht wird, wenn dem alles andere untergeordnet wird. Man darf übrigens während der Show nicht die Plätze wechseln, weil das angeblich die Fernsehzuschauer irritiert, man darf keine Handyphotos machen - keine Ahnung, warum - und man muss immer feste klatschen, weil das besser aussieht. Na gut, ich ziehe meine Konsequenzen ...
Ach so, ja, es sollte hier ja eigentlich um die Show an sich gehen. Sehr abwechlungsreiches Programm mit allen Materialien, die man so auf der Bühne verwenden kann zusammengehalten durch das Motiv "Schule". Es wechseln sich große Dinge wie das Zerspringen einer Scheibe oder das mysteriöse Erscheinen einer Bowlingkugel mit kleinen Dingen ab: Der Inhalt einer kleinen Packung Zucker verschwindet und taucht wieder auf, aus einer Schultüte erscheinen viele kleine Blüten. Die Nummern fließen schön ineinander und das Ganze wird mit dem Kleber des Humors zusammengehalten. Besonders hat mir die Bemerkung hinsichtlich der Kenntnisse und Fähigkeiten des Führungspersonals in Unternehmen gefallen: Es zählt häufig nicht das Erreichte, sondern es reicht das Erzählte. Besonders hat mich amüsiert, dass Herr Keaton die Wayne-Dobson-Nummer spielt, die ich auch während des Gästeabends des Magischen Zirkels gespielt habe (siehe hier), eine Nummer, in der ein Zuschauer auf die Bühne geholt wird und durch satzweises Vor- und Nachsprechen von Sätzen vorgeblich zum Zauberer gemacht wird. Als Zuschauer wird Wilfried Possin auserwählt - langjähriger Vorsitzender des Magischen Zirkels Frankfurt, nach wie vor deren Ehrenvorsitzender und weiterhin unter dem Künsterlnamen Brainstorm sehr aktiv! Sehr amüsant für die "Wissenden" ...
Bei allem schuldigen Respekt: Der beste Gag des Abends kam allerdings nicht von Herrn Keaton, sondern wiederum von Wilfried Possin, der aufgefordert wurde, eine coole Geste mit der Hand zu machen: Er machte die Merkel-Raute!
P.S.: Meine Frau Juliane wurde, neben vielen anderen auf die Bühne gebeten und war Gegenstand eines Mentaleffektes, bei dem es darum ging, den Leuten Schulfächer zuzuordnen, in denen sie wohl gespickt haben könnten: Wenn Herr Keaton wüßte, wie gut meine Frau in der Schule war ...

Sonntag, 15. Mai 2016

Mein Name ist Hase

(14. Mai 2016) Der Gästeabend des Magischen Zirkels Frankfurt ist ehrenamtliche Arbeit vom Feinsten: "Von uns - für uns".Mitglieder des Ortszirkels treten auf und Freunde, Gäste und Angehörige sind in das kleine, schnuckelige Theater "Schöne Aussichten" in Dietzenbach eingeladen das eher einem großen Wohnzimmer mit Bühne ähnelt. Wie immer im Ehrenamt ist das "Von uns - für uns" nicht zu denken ohne das "Von uns - für Euch". Schließlich ist Zaubern ist eine darstellende Kunst, da braucht man Publikum: Immer nur vor dem Spiegel stehen und über sich selber staunen ist auf die Dauer nicht so ergiebig.
Aufgetreten bin ich mit einer Kollegin und fünf Kollegen: Das ergab eine schöne Mischung aus Stilen und Materialien: Es gabe Effekte mit Ringen, Seilen, Karten, Servietten - und einem Hasen. Die Kollegin Michelle Spillner trat einem Hasenkostüm auf - grandios! Der Hase gab zu Protokoll immer nur im Zylinder eines Zauberers zu sitzen, jetzt aber eine Weiterbildung machen zu wollen - zum Osterhasen. Ich habe Tränen gelacht! Es schließt sich natürlich eine Eierbeutel-Nummer an.
Ich selber habe eine Nummer gespielt, bei der ein Zuschauer durch Vorsprechen von Sätzen zum Zauberer gemacht wird. Ich wollte eigentlich im wesentlichen testen, wie weit man mit einem deutschen Publikum gehen kann und habe eine Nummer des britischen Zauberers Wayne Dobson (den ich absolut phantastisch finde!) mit sehr englischem Humor gespielt. Da kommt dann zum Beispiel die Zeile vor: "Ich zeigte diesen Trick das erste Mal in der lokalen Psychatrie - also entschuldigen Sie bitte, wenn manche von Ihnen im Publikum den Effekt zum zweiten Mal sehen ...". Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich das so bringen soll und habe mich letzlich erst auf der Bühne dafür entschieden - ist gutgegangen!

Sonntag, 3. April 2016

Oder bei OBI ...

(02. April 2016)
Ich heimwerkere nicht. Nicht, wenn ich es verhindern kann - und das kann ich meistens. Vielleicht ist das eine späte Rebellion gegen meinen verstorbenen Vater, der eine Waschmaschine auseinandernehmen und wieder zusammenbauen konnte und noch einen funktionsfähigen Fernseher überbehielt. Wie auch immer: Ich heimwerkere nicht.
Wohl deswegen sagte meine Frau soeben, ich müsse unbedingt einen Blog-Beitrag schreiben, als sie meinen selbstgebastelten Zauberstab gesehen hat - und wer bin ich, den Wünschen meiner Frau nicht Folge zu leisten. Ja, hochverehrtes Publikum: Ich war beim Hornbach, habe einen Buchenrundstab, ein paar Pinsel und zwei Dosen Holzlasur - und noch ein bischen Kleinkram - gekauft und das abgebildete Ding produziert. Ich habe gesägt, gefeilt, geschliffen, abgeklebt, lasiert und überhaupt alles getan, was ein heimwerkernder Mann so tut: Ich kann vor Kraft kaum laufen ... ;-) Zumal das Ergebnis für einen ersten Prototypen gar nicht so furchtbar ist.
Ich habe mir einen Satz sehr schöner, kupferner Becher für das Becherspiel gekauft und die sind hochglänzend, Wenn man an denen mit einem handelsüblichen Requisit aus dem einschlägen Fachhandel rumfuhrwerkt, dann ist es schnell vorbei mit der Herrlichkeit, denn diese Stäbe haben metallene Enden, die die Becher zerkratzen. Daher der Wunsch nach einem Zauberstab nur aus Holz. Den gibt es im besagten einschlägigen Fachhandel zwar auch, aber erst ab 180$ aufwärts. Das Zeug aus dem Baumarkt hat grade mal 30€ gekostet und ich habe noch Material für zwei weitere Exemplare. Gott, ich bin so stolz auf mich ...

Montag, 21. März 2016

Die Besten sterben zuerst - man muss sich schämen, dass man noch lebt ...

(21. März 2016) Das ist selbst dann absolut brilliant, wenn man genau weiß wie es geht:


Der unvergleichliche, leider viel zu früh verstorbene Tommy Wonder!

Sonntag, 28. Februar 2016

Heringe, Orden und Smoking

(27. Februar 2016) Die Fidelen Eckenheimer feiern den Abschluß der Karnevalskampagne 2015/2016 mit einem Heringsessen und dem Verleihen von Orden. Vielen Orden, Sehr vielen Orden. So vielen Orden, dass zum Schluß jeder im Saal einen hat, auch ich. Den habe ich dafür bekommen, dass ich ge-table-hopped habe. Und das mit viel Spaß und mit gutem Erfolg. Insbesondere die neue Ring'n'String-Routine kommt gut an, aber da geht noch was. Ein, zwei Phasen mehr wären wohl gut. Die C***-C**-Routine ist nach wie vor ein Roulette-Spiel, weil das Ding nicht zuverlässig funktioniert - oder ich es immer noch nicht beherrsche. Im übrigen trete ich das erste Mal im Smoking auf, um ein wenig mehr "Stauraum" für das table hopping zu haben. Mal sehen, ob sich das etabliert.

P.S.: Ich sei der Rattenfänger von Hameln, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Fidelen und Moderator der Veranstaltung, weil ich - mich von einem Tisch zum nächsten bewegend - immer ein Pulk Kinder im Schlepptau habe. Es gibt schlimmere Vorwürfe ...

Sonntag, 7. Februar 2016

Armlänge

(6. Februar 2016) Nein, eine Armlänge Abstand halten die Kinder auf der Kinderfaschingsfeier der Krätscher nicht. Ganz im Gegenteil: Am liebsten würden sie in die Requisiten reinkriechen, wenn das denn ginge. Jede Bitte ein wenig Abstand zu halten, jedes "handgreifliche" Wegschieben von allzu neugierigen Zeitgenossen hilft gefühlte 20 Nanosekunden. Egal, alles selbstgewähltes Schicksal, ich müßte ja nicht hingehen - aber dafür macht es zu viel Spaß! Schwammbälle, die in Pyropapier verbrannte Münze, mouthcoils, Seidentücher die erscheinen,verschwinden und die Farbe ändern: Alles wird begeistert aufgenommen und sofort mit dem Tischnachbarn betuschelt. Selbst eine halb-fertige Kellenroutine, von der ich eigentlich nur wissen wollte, ob das Requisit als merkwürdig oder unnatürlich angesehen wird, spiele ich drei- oder viermal, weil sie so gut ankommt.

Sonntag, 31. Januar 2016

Prinzessinnenalarm!

(30. Januar 2016) Der Musikverein Nordenstadt 1973 e.V. in Wiesbaden veranstaltet einmal im Jahr seinen Kinderpreismaskenball: Maskierte Kinder - in Begleitung ihrer Eltern oder ohne - toben in einer eigentlich sehr frugalen Mehrzweckhalle herum und rennen von einer Spielstation zur nächsten. Nur an meinem Tisch bleiben sie stehen und staunen, den größten Teil der Zeit relativ ruhig und aufmerksam. Und es läuft: Eine Routine fließt in die nächste, keiner sieht die d***** l**** (kein Trickverrat!) und ich muss schon mein "esuaP ezruk"-Schild aufstellen, um überhaupt hin under wieder mal aufräumen zu können. Nur den einen Fehler begehe ich immer wieder: Ich schleppe Effekte mit, die ein wenig Aufmerksamkeit und Konzentration erfordern. Nicht viel Aufmerksamkeit und Konzentration, wie ich denke, aber selbst ein mehrphasiger Effekt, bei dem eine Spielkarte immer wieder unter immer "unmöglicheren" Bedingungen im Sandwich zwischen zwei Jokern gefunden wird, wird mit den Worten quittiert, man wolle jetzt lieber wieder einen "Hammertrick" sehen! Ich übersetzte Mal: Hammertrick = Schwammbälle, Pyropapier, Chop Cup und Mouth Coil. Na gut, ist ja alles selbstgewähltes Schicksal, ich müsste ja nicht hingehen.
Im Übrigen: Ich bin mir sicher, dass Menschen die an gender mainstreaming glauben, bei dieser Veranstaltung heisse Tränen der Wut und der Entäuschung vergossen haben würden, denn ein gefühltes Drittel der kleinen Mädchen im Alter zwischen 6 und 12 laufen als Prinzessinnen rum ...

Montag, 18. Januar 2016

Schneewittchen und die sieben Zwerge - oder Sieben auf einen Streich ...

(17.01.2016) Mmhhmm, Sonntag Morgen: Heute ist Aufnahmeprüfung für den Magischen Zirkel! Mist, es hat geschneit! Da muss ich noch ein paar Minuten eher losfahren um pünktlich zu kommen und vielleicht sollte ich doch noch einen Pullover drüberziehen, schließlich ist das Zirkellokal des Frankfurter Ortszirkels im Souterrain.
Wow - ganz schön voll! Na ja, sieben Prüflinge (unter anderem vom Ortszirkel Mainz/Wiesbaden), die Prüfungskomission, ein paar interessierte Mitglieder, da wird es schnell eng. Ok, wo muss ich hin für die Theorieprüfung? Ah, hier: gut die Fragen sind ja im Prinzip bekannt - und ich kann wieder mit der Geschichte anfangen, dass ich als Mitglied der Skeptiker zum Zaubern gekommen bin. So, das lief ja schon mal gut, nur der Präsident des Magischen Zirkels Deutschland ist mir nicht mehr eingefallen - Mist! Na gut, die vorbereiteten Griffe und einzelnen Effekte laufen gut - denke ich jedenfalls, aber die Prüfungskomission läßt sich nichts anmerken. Oh, sogar Mittagessen wird gereicht: Was, so spät schon?! Toll, jetzt nach dem Mittag kommen die Gäste, auch meine Frau Juliane ist da - schön! Was, ich bin schon als zweiter dran mit meinem einstudierten Programm? Na ja, egal, wird schon gehen. Eh, das macht Spaß hier auf der Bühne zu stehen und es läuft: Die Leute lachen und applaudieren. Toll - ein sehr erhebendes Gefühl! Was, schon vorbei? Okay, was machen die anderen Prüflinge? Auch toll, was die präsentieren, sehr unterschiedliche Stile, sehr interessant.

Und jetzt der Moment der Wahrheit ... alle Prüflinge haben bestanden!

Sehr schön! Glückwunsch hin, Glückwunsch her, freut mich für Dich, sehr elegant, Dein {kein Trickverrat}, komm gut nach Hause: es ist immer noch glatt, dann bis zum nächsten Mal, vielen Dank, Tschüß.
Oh Gott, bin ich müde. Aber der Tag war auch wirklich anstrengend, aber es hat sich gelohnt: Ich bin Mitglied im Magischen Zirkel Deutschlands!

Freitag, 15. Januar 2016

Der goldene Stuß


(15.01.206) Bin ich der einzige der findet, dass er das voll verkackt hat? Und das die Kameraführung an Trickverrat grenzt? Und das es ewig zu dauern scheint, bis er zum Punkt kommt (obwohl der Effekt schon bei 2:20 beginnt)? Und das seine Schauspielkünste verbesserungsfähig sind?

Ein Satz mit X ...