Sonntag, 29. Mai 2016

Ich habe 5 Kilo abgenommen

(28. Mai 2016) Ich kenne mich sehr gut aus mit den Sommerfesten der Freiwilligen Feuerwehr, Weihnachstfeiern der Kirchengemeinden und Schulfesten - dieses Blog legt Zeugnis davon ab. Zu privaten Feierlichkeiten werde ich eher selten eingeladen. Deswegen war die Bat-Mitzva-Feier angelegentlich derer ich auftreten durfte, für mich besonders interessant: Table-hopping für ca. 50 Leute jeden Alters, die in einem netten italienischen Restaurant an langen Tischen der "Tochter des Gebots" ihre Ehre erweisen wollten.
Kurz und gut: Eine absolute Sause! Ein aufgeräumtes, höfliches, sehr begeisterungsfähiges Publikum das lacht, klatscht, andere Gäste heranwinkt, damit denen um Gottes Willen nichts entgeht, ein Publikum das erkennbar Lust hat, sich unterhalten zu lassen. Ein Tisch, an den ich es bis dahin noch nicht geschafft hatte, entsendet einen Repräsentaten, der zu Wissen gibt, man fühle sich diskriminiert und man bitte doch um mein Erscheinen, Gäste die von Tisch zu Tisch mitgehen, um ja nichts zu verpassen: Herz, was willst Du mehr!
Fast alle Nummern, die ich neu erarbeitet habe kommen sehr gut an: Die chinesische Münze, die sich fortwährend von ihrem Faden befreit, der Kellenspiegel, bei dem aufgemalte Kreuze hin- und herspringen und der kleine Ball der immer wieder seinen Weg unter einen Kupferbecher findet. Ambitious Card, Schwammbälle, zwei Seilroutinen und zwei verschiedenen Three-Card-Montes komplettieren das Programm.
Was ich gelernt habe? In so einem setting (Restaurant, Buffet, viele Leute, viele Gespräche, tobende Kinder, klapperndes Geschirr, ...) gilt: Je visueller, desto besser. Ausführungen zu Leben und Werk von Sir Isaac Newton, der herausgefunden hat, dass sich zwei Feststoffe nicht zur selben Zeit am selben Ort befinden können und der damit die Unmöglichkeit von Durchdringungseffekten begründet hat, verhallen eher ungehört - im mehrfachen Sinne des Wortes.
Achtung, jetzt wird's unappetitlich, nicht dass Sie sagen, ich hätte Sie nicht gewarnt ... Ich habe geschwitzt wie ein Tier! Just als ich am Auftrittsort eintraf, entlud sich eine Warmfront aus Südeuropa an der Grenze zu einer kühleren Luftmasse aus Nordeuropa in Gestalt eines Gewitters, was zusammen mit vielen Gästen in einem kleinen Raum zu subtropischen Verhältnissen geführt hat. Ob es fünf Kilo waren, die ich dabei verloren habe, sei mal dahingestellt, aber von der Stirne heiß ronn in der Tat der Schweiß. Ja, und wie nach der Sauna war das Gewicht dann nach der Einnahme von diversen Getränken wieder auf der Waage. Schade!

Sonntag, 22. Mai 2016

Die coole Merkel


(21. Mai 2016) Ich nörgel mal hier gleich am Anfang, dann ist das schon mal weg: Ich hatte Karten für Dr. Harry Keatons Show "Das magische Klassenzimmer" gekauft - hier online auf seinen eigenen Web-Seiten zu finden - und ich hatte bewußt Galeriekarten gekauft, denn im Capitol in Offenbach hat man von der Galerie nun mal den besseren Überblick. Vor Ort hieß es dann allerdings, die Galerie werde nicht besetzt, wir könnten uns gern im Hauptzuschauerraum Plätze suchen. Das war nicht so einfch, denn der war schon rappel-dicke voll und Plätze auf den Seitentribünen waren großzügig mit "Reserviert"-Zetteln belegt. Es dämmert uns bald warum: Es wurde die Show für das Fernsehen aufgezeichnet und man wollte offensichtlich ein volles Haus zeigen. Das kann ich verstehen, aber ich werde nie wieder in eine Show gehen, während der für's Fernsehen gedreht wird, wenn dem alles andere untergeordnet wird. Man darf übrigens während der Show nicht die Plätze wechseln, weil das angeblich die Fernsehzuschauer irritiert, man darf keine Handyphotos machen - keine Ahnung, warum - und man muss immer feste klatschen, weil das besser aussieht. Na gut, ich ziehe meine Konsequenzen ...
Ach so, ja, es sollte hier ja eigentlich um die Show an sich gehen. Sehr abwechlungsreiches Programm mit allen Materialien, die man so auf der Bühne verwenden kann zusammengehalten durch das Motiv "Schule". Es wechseln sich große Dinge wie das Zerspringen einer Scheibe oder das mysteriöse Erscheinen einer Bowlingkugel mit kleinen Dingen ab: Der Inhalt einer kleinen Packung Zucker verschwindet und taucht wieder auf, aus einer Schultüte erscheinen viele kleine Blüten. Die Nummern fließen schön ineinander und das Ganze wird mit dem Kleber des Humors zusammengehalten. Besonders hat mir die Bemerkung hinsichtlich der Kenntnisse und Fähigkeiten des Führungspersonals in Unternehmen gefallen: Es zählt häufig nicht das Erreichte, sondern es reicht das Erzählte. Besonders hat mich amüsiert, dass Herr Keaton die Wayne-Dobson-Nummer spielt, die ich auch während des Gästeabends des Magischen Zirkels gespielt habe (siehe hier), eine Nummer, in der ein Zuschauer auf die Bühne geholt wird und durch satzweises Vor- und Nachsprechen von Sätzen vorgeblich zum Zauberer gemacht wird. Als Zuschauer wird Wilfried Possin auserwählt - langjähriger Vorsitzender des Magischen Zirkels Frankfurt, nach wie vor deren Ehrenvorsitzender und weiterhin unter dem Künsterlnamen Brainstorm sehr aktiv! Sehr amüsant für die "Wissenden" ...
Bei allem schuldigen Respekt: Der beste Gag des Abends kam allerdings nicht von Herrn Keaton, sondern wiederum von Wilfried Possin, der aufgefordert wurde, eine coole Geste mit der Hand zu machen: Er machte die Merkel-Raute!
P.S.: Meine Frau Juliane wurde, neben vielen anderen auf die Bühne gebeten und war Gegenstand eines Mentaleffektes, bei dem es darum ging, den Leuten Schulfächer zuzuordnen, in denen sie wohl gespickt haben könnten: Wenn Herr Keaton wüßte, wie gut meine Frau in der Schule war ...

Sonntag, 15. Mai 2016

Mein Name ist Hase

(14. Mai 2016) Der Gästeabend des Magischen Zirkels Frankfurt ist ehrenamtliche Arbeit vom Feinsten: "Von uns - für uns".Mitglieder des Ortszirkels treten auf und Freunde, Gäste und Angehörige sind in das kleine, schnuckelige Theater "Schöne Aussichten" in Dietzenbach eingeladen das eher einem großen Wohnzimmer mit Bühne ähnelt. Wie immer im Ehrenamt ist das "Von uns - für uns" nicht zu denken ohne das "Von uns - für Euch". Schließlich ist Zaubern ist eine darstellende Kunst, da braucht man Publikum: Immer nur vor dem Spiegel stehen und über sich selber staunen ist auf die Dauer nicht so ergiebig.
Aufgetreten bin ich mit einer Kollegin und fünf Kollegen: Das ergab eine schöne Mischung aus Stilen und Materialien: Es gabe Effekte mit Ringen, Seilen, Karten, Servietten - und einem Hasen. Die Kollegin Michelle Spillner trat einem Hasenkostüm auf - grandios! Der Hase gab zu Protokoll immer nur im Zylinder eines Zauberers zu sitzen, jetzt aber eine Weiterbildung machen zu wollen - zum Osterhasen. Ich habe Tränen gelacht! Es schließt sich natürlich eine Eierbeutel-Nummer an.
Ich selber habe eine Nummer gespielt, bei der ein Zuschauer durch Vorsprechen von Sätzen zum Zauberer gemacht wird. Ich wollte eigentlich im wesentlichen testen, wie weit man mit einem deutschen Publikum gehen kann und habe eine Nummer des britischen Zauberers Wayne Dobson (den ich absolut phantastisch finde!) mit sehr englischem Humor gespielt. Da kommt dann zum Beispiel die Zeile vor: "Ich zeigte diesen Trick das erste Mal in der lokalen Psychatrie - also entschuldigen Sie bitte, wenn manche von Ihnen im Publikum den Effekt zum zweiten Mal sehen ...". Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich das so bringen soll und habe mich letzlich erst auf der Bühne dafür entschieden - ist gutgegangen!

Ein Satz mit X ...