Sonntag, 25. September 2016

Wasser zu Wein ...

(25. September 2016) ...wäre das richtige Kunststück zur feierlichen Einweihung des umgebauten Gemeindehauses der Nazarethgemeinde in Eckenheim gewesen. Das Umbauprojekt unter dem Motto "Was lange währt, wird endlich gut!" hat nach vielen Verzögerungen sein vorläufiges Ende gefunden und gefunden - es gibt Hoffnung für den Berliner Flughafen.
Die Gemeinde wollte feiern und zwischen dem Ende des Gottesdienstes und dem akademischen Festakt war Zeit zu überbrücken - ich war gebeten worden, dazu beizutragen.
"Water to Wine 2.0 - Extended version (video editing program for upload to Youtube included)" von Chris Angel habe ich nicht gespielt, sondern mein Standardprogramm (Schwammbälle, ACR, Fiber Optics, ...) plus ein, zwei Sachen, die ich verstärkt präsentieren möchte, als da wären meine neu erarbeitete Becherspielroutine und iPhone 10. Ich habe mir vorgenommen, iPhone 10 so lange zu spielen, bis es dem Publikum gefällt - oder ich mich wegen Depressionen in Behandlung gebeten muss. Das Ding ist so witzig und überraschend, da muss was gehen - und ich werde rausfinden, was ich bisher falsch gemacht habe ...

Sonntag, 18. September 2016

Kinder sind farbenblind

(18. September 2016) Ich hatte es mir so schön ausgemalt, ich hatte viel Gehinrschmalz investiert, um für den Kindergeburtstag ein schönes, konsistentes Programm zu haben unter der Überschrift "Farbe". Die kurze Bilanz lautet: Ist nicht angekommen. Nicht dass die Kinder das Programm nicht gut gefunden hätten, aber das einende Element, der rote Faden scheint nicht klar gewesen zu sein. Trotzdem funktionieren die Klassiker der Kinderzauberei: Magic Colouring Book, Hasenwanderung und Consorten. Aber nach 20 Minuten ist es vorbei und das Rumtoben gewinnt wieder die Oberhand.
Viel besser haben hinterher die Zaubereien am Tisch funktioniert - und hier habe ich (vor einem reduzierten Publikum der etwas älteren Kinder) das erste Mal meine Becherspiel-Nummer gespielt: Sie funktioniert! Das freut mich, denn da steckt eine Menge Arbeit drin.
Ich nehme aus diesem Auftritt mit: Vielleicht sollte ich mich auf älteres Publikum beschränken, bei dem mein absurder, ironischer Humor besser ankommt und die Aufmerksamkeitsspanne länger ist als 10 Sekunden. Das scheint im Moment das Motiv meiner Zauberentwicklung zu sein: Wer ist mein Publikum?

Nass und laut

(18. September 2016) Der TV Preungesheim macht bereits zum neunten Mal seinen Dorflauf: Eine Veranstaltung, die es zu Recht zu einer gewissen lokalen Prominenz gebracht hat. Der Vorsitzende hat mich gebeten, die "toten Zeiten" ein wenig zu füllen und zu zaubern. Als Vollblut-Amateur und Anfänger nutzt man natürlich jede sich bietende Gelegenheit, aufzutreten: Zaubern ist eine darstellende Kunst, sie muss vor Publikum ausgeübt werden.
Aber dieser Auftritt hat nicht wirklich Spaß gemacht. Ich habe keinen festen Platz, also laufe ich mit ein paar Seilen rum und spreche jeden an, der nicht drei auf den Bäumen ist und fordere ihn auf, in ein Seil einen Knoten zu machen, ohne die Enden loszulassen: Das ist zäh! Alles ist tropfnass, denn den gesamten Tag zuvor hat es geregnet. Aber das wichtigste ist: Wenn die Menschen Zaubern nicht erwarten ist Zaubern Mist! Man kann nicht gegen diese Nicht-Erwartung anarbeiten - ich zu mindestens kann es nicht, und so bleibt vieles Stückwerk und ich laufe rum wie bestellt und nicht abgeholt. Als dann auch noch eine Blues-Band - zugegebenermaßen sehr gekonnt - mit viel Schlagzeug und Bläsereinsatz beginnt, den Platz mit Musik zu füllen und man sein eigenes Wort nicht mehr versteht, ist meines Bleibens endgültig nicht mehr.

Und wer ist daran Schuld? Ich und sonst niemand! Ich muss wohl klarer machen, welche Auftrittbedingungen für mich gut (oder auch nur akzeptabel) sind. So mag dann mancher nicht absolvierte Auftritt der bessere sein ...

Sonntag, 11. September 2016

Mentalismus light

(11. September 2016) Tut mir leid, liebe Kollegen Mentalisten/ Mentalkünstler/ Next Uri Gellers: Ich mag es nicht, wenn Mentalzaubereien als echte übernatürliche Fähigkeiten verkauft werden. Ich mag das auch dann nicht, wenn "offen gelassen wird", ob die vorgeblichen Fähigkeiten echt sind, oder nicht. Deswegen finden sich in der Regel keine Mentalkunststücke in meinem Repertoire. Über verschlungenen Pfade bin ich nun aber zu einem Auftritt in Christels Scheune gekommen: Ein Open-Stage-Auftritt in einer zu einer kleinen Bühne umgebauten Scheune, die kaum größer ist, als ein sehr geräumiges Wohnzimmer mit einem leicht erhöhten Bereich - in Großbritannien würde man von high table sprechen. Das hier normalerweise veranstaltete Programm schien mir so einen leichten esoterischen Anstrich zu haben. Da hat mich der Hafer gestochen und ich habe ein mentalistisches Programm gespielt - und in jedem Satz zweimal versichert, ich hätte so viele übernatürliche Fähigkeiten, wie zwei Pfund Kartoffeln. Im übrigen habe ich meinem Affen soviel Zucker gegeben wie immer und das war sehr unterhaltsam. Insgesamt habe ich vier von den Zuschauern bestimmte Spielkarten, eine dreistellige und eine vierstellige Zahl korrekt vorhersagt: Keine schlechte Leistung für jemanden, der mit Mentalismus soviel am Hut hat, wie ein Leopard mit veganer Ernährung , oder?
Für mich war es unterhaltsam, aber offensichtlich auch für das Publikum, das glaube ich aus dem Applaus und den anschließenden Bemerkungen schließen zu dürfen.

Ein Satz mit X ...