Tuchfärbung ohne Brille

Häuptling Schadhafte Locke
(2. Juli 2017) Ich lag daneben, mal wieder. Ich habe eine Nummer einstudiert, im Rahmen derer ein Tuch mehrfach die Farbe ändert und ich erkläre - vorgeblich - nach einem Durchgang den "Trick". Ich hatte gedacht: Naja, eine kleine Kleinigkeit, die man mal zwischendurch spielen kann, viel Aufwand war es nicht, sie einzustudieren. Aber der Effekt kommt - für mich überraschend - unglaublich gut an. So, wie zum Beispiel just bei einem Kleinstauftritt bei guten Freunden.
Nun kann man sagen: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler - und was weiß der Angler schon von eines Barsches Leibspeise? Aber müsste ich nicht mittlerweile besser in der Lage sein, vorherzusehen was bei meinem Publikum, bei meinem Vorführstil, bei meiner Bühnenfigur ankommt und was nicht? Andere Nummern, in die ich viel Aufwand für Präsentation, Geschichte und Technik gesteckt habe, verpuffen mehr oder minder, ohne das ich wüsste wieso. So schön das eine ist, so frustrierend ist das andere. Ich habe mit großem Gewinn die Fachbücher der Herren Fitzkee, Stone, Wonder und Nelms gelesen, die sich im Prinzip mit solchen Fragen auseinander setzen. Manches gut, vieles interessant, alles bedenkenswert was darin steht - soweit es mir zusteht darüber zu urteilen. Aber wo zum Teufel ist das einfache, kurze flow chart das man abarbeiten kann und an dessen Ende eine Auswahl der Effekte rauskommt, die "für mich passen"? Ist das heilige Gral der Zauberkunst nach dem alle suchen, oder bin ich der einzige, der durch die Weiten der Magie stolpert und nur hin und wieder mehr oder minder zufällig auf eine Goldader stößt? Wie auch immer: Weiter geht die Fahrt ...

P.S.: Ich lasse mich nie wieder ohne Brille photographieren: Da sieht die Stirn noch höher und die Lockenpracht noch schadhafter aus - Frechheit! ;-)

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