Direkt zum Hauptbereich

Kinder und Bedienungen

Nahkampfzaubern
(16. September 2017) Hat Spaß gemacht! Eine wirklich schöne Feier eines runden Geburtstages und ich mittendrin als kleines Unterhaltungs-amuse-bouche. Die Bedingungen sind zwar nicht ideal, denn es ist picke-packe-voll, die Gäste sitzen dicht gedrängt und hin und wieder bekomme ich einen Ellenbogen in den Rücken gerammt, aber die gut gelaunte Festgesellschaft macht das locker wieder wett. Man ist gelöster Stimmung, man ist wild entschlossen, sich zu unterhalten und sich unterhalten zu lassen - und das ist nicht nur die halbe, das ist die ganze Miete! Wenn die Menschen nicht auf Unterhaltung und nicht auf Zaubern eingestellt sind, dann kann man 12 Elefanten erscheinen und wieder verschwinden lassen und wird trotzdem nur die Bemerkung ernten, dass da ja schon viel Schönes dabeigewesen sei.  Aber wie gesagt ist die Geburtstagsfestgesellschaft aufgeräumter Stimmung - und es spielt keine Musik - und so wage ich es, einige meiner eher wortlastigen Nummern zu spielen, bei denen ich den Naturwissenschaftler, den Bildungsbürger und arroganten Schnösel raushängen lasse. Besonderen Spaß macht es mir, an jedem Tisch einen Karteneffekt zu spielen, der so gar nichts mit dem zu tun hat, was die meisten Leute unter einem "Kartentrick" verstehen (für die Zauberer unter meinen Lesern: ACR, Neither blind nor stupid, Sudden Deck, Presto Printo, Out of this world, ...).
So, jetzt zur Überschrift: Es gibt in der Festgesellschaft ein etwa fünf Jahre altes Kind und es wuselt eine Bedienung im Lokal herum - und beiden ist meine Kunst von Herzen egal. Die Bedienung fragt beherzt mitten in die Nummern hinein, ob's denn noch ein Bier oder etwas Senf zur Worscht sein darf. Da macht es dann hörbar "Knack" - das war der Spannungsbogen, den es erwischt hat. Das erlebe ich nicht zum ersten Mal in einem Restaurant, dass das Bedienpersonal offensichtlich überhaupt kein Sensorium dafür hat, dass solche Unterbrechungen fast nicht zu überspielen sind. Ich bin davon überzeugt, dass das nicht böse gemeint ist, genausowenig wie es das Kind böse meint, wenn es sich die Aufmerksamkeit der Erwachsenen holt, indem es grade mit einer Sofortbildkamera geschossene Photos rumzeigt. Blöd nur, wenn man grade dann mit dem einzigen Effekt des Abends in der Gegend rumsteht, der etwas winkelanfällig ist und man es gerne an den Punkt bringen würde, wo diese Winkelanfälligkeit aufgehoben wird!
So, was "gegen Kinder" zu sagen hat ja das Potential, einen shit storm auszulösen, also setze ich mir jetzt mal meinen Stahlhelm auf und hebe mir einen Graben aus ...

Beliebte Posts aus diesem Blog

Fremdwahrnehmung versus Eigenwahrnehmung

(19. Mai 2018) Das Becherspiel - ein Effekt mit drei Bechern und drei kleinen Bällen - gilt vielen Zauberern als die Königsdiziplin des Zauberns - und das habe ich lange nicht verstanden. Sicher: Die Techniken erfordern einige Geschicklichkeit, die Requisiten sind ziemlich simpel und der Effekt hat eine gewisse Tradition - ob sie bis ins alte Ägypten zurückreicht, wie gerne mal behauptet wird, scheint mir zweifelhaft zu sein, aber "alt" ist der Effekt sicherlich. Vielleicht eher als Betrugsmasche (Stichwort: Hütchenspiel) denn als Zaubertrick, aber immerhin ...
Also habe ich mir schon vor geraumer Zeit Becher und Bälle gekauft, wie man das so als unerfahrener Novize eben macht - und die Dinger mindestens zwei Jahre nicht benutzt. Sicher, ich habe immer mal wieder damit rumgespielt, aber was Zählbares im Sinne einer Nummer, die man vorführen hätte können, ist nicht dabei rausgekommen.
Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und eine Nummer aufgebaut, im Rahmen derer ic…

If it works, it works damn well!

(25. August 2018) Mansi is a very dear ex-colleague of mine from work, a lady who was born in India, but who has been in Germany now for quite a while.I don't know what I did to deserve being invited to her summer-BBQ-party, but I was and I happily obliged. The party was a blast! Neighbours, people she knew from university, friends, her brother and his wife from Chennai, half of the gang Indians, the other half Germans: A little bit of everything and everyone was very open and very willing to have a chat! The time just flew by, the discussions went from one topic to the next, half of it in German, the other half in English - my Hindi is a bit rusty, you know ...
Mansi knew "in theory" that I do magic, but had never seen me perform, so I thought, I'd surprise her and a little into the evening, I set up my close-up mat and started to do some magic. It went like a breeze! All the nice people laughed and applauded and screamed over one another how they think "the s…

Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode?

(6. Oktober 2018) So, liebe "Laien" das ist kein Blog-Beitrag für Euch, hier gibt's mal nix Philosophisches und schon gar nix Lustiges über Zauberei: Insbesondere nichts Lustiges, denn ein Zauberkongress ist eine todernste Sache. Da erklären ein paar Wahnsinnige vielen anderen Wahnsinnigen, wie man wahnsinnige Sachen macht, die wie Zauberei aussehen. Die vielen Wahnsinnigen gehen dann zu einigen anderen Wahnsinnigen, die wahnsinnige Sachen zum Kauf anbieten, die der Vortäuschung echter Zauberei dienen, damit man normalen Menschen wahnsinnige Sachen zeigen kann. Diese Sachen kosten wahnsinnig viel Geld. Viele Wahnsinnige haben vorher wahnsinnig viel Zeit und Herzblut investiert, damit das alles stattfinden kann.  So, wär' das schon mal geklärt ...
Der Zauberkongress "Magie Exquisit" fand gestern zum 10 Mal in Folge statt und ich habe die Veranstaltung mindestens so sehr genossen, wie in den Jahren zuvor (siehe zum hier und hier)
Das liegt zum Beispiel am Se…