Samstag, 21. April 2018

Geisterkabinett zum runden Geburtstag

(14. April 2018) Meine Frau feierte unlängst einen runden Geburtstag - sagen wir, es war der 29. - plus Mehrwertsteuer - plus Skonto - ... Wir hatten - für unsere Verhältnisse - eine Riesensause vorbereitet mit Kaffee und Kuchen im alten Pfarrhaus, in dem meine werte Frau Gemahlin seinerzeit aufgewachsen ist und einem sehr netten Abendessen in einem sehr netten Restaurant und das alles in der Gesellschaft von Eltern, Geschwistern und weiteren Wahlverwandten die mit Kind und Kegel zum Teil von weit her angereist waren. Es war kurz gesagt ein intensiver und sehr schöner Tag!
Die beste Ehefrau von allen hatte sich von mir einen künstlerisch-darstellenden Beitrag zur Feier gewünscht - und wer mich kennt, der weiss, dass es nicht um Gesang ging ... ;-)
Gewünscht war eine Zaubereinlage auf Halbdistanz nach dem Hauptgang des Abendessens. Das ist zwar ein klein wenig ausserhalb meiner zauberischen Kernkompetenz, der Mikromagie, aber ich habe mich natürlich angestrengt, was hinzubringen. Insbesondere wollte ich nur Nummern spielen, die meine Frau nicht kennt.
Also war es mal an der Zeit, mein vor einiger Zeit erworbenes Geisterkabinett einzuweihen, für das ich mir einen Vortrag zum Thema String-Theorie gebastelt habe - ein lustiges Unterfangen in einem Raum voller Leute, die zur Hälfte ein technisch-naturwissenschaftliches Studium genossen haben - oder sich just in einem solchen Studium befinden. Den Zuschauerreaktionen nach zu urteilen, hat es aber funktioniert. Ein phantastischer Effekt von Christoph Borer aus seinem phantastischen Buch "21" kommt auch gut an: Eine Zeitung wird in kleine Schnippsel zerrissen, ein Zuschauer wählt einen der Schnippsel, liest einige Worte von dem frei gewählten Schnippsel vor - und aus den Buchstaben dieser Worte bildet sich eine persönliche Botschaft, in diesem Falle an das Geburtstagskind. Schlußendlich gibt es noch ein tossed out deck aus dem mangels koordinativer Fähigkeiten des Publikums eher ein tossed down deck wird. Ein Kommilitone - 1er Abiturient, promovierter Biochemiker, Patentanwalt, Intelligenzbestie und sehr netter Mensch - läßt mich wissen, ich sei im Laufe der Jahre immer besser geworden, diesmal habe er keine Ahnung, wie ich's alles so gemacht hätte - und so bin ich's denn zufrieden ...

P.S.: Auf dem Photo bin ich wenig unscharf, ich bitte das zu entschuldigen - in persona bin ich natürlich total scharf!